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Verbände und Lehrende sind oft verstrickt in Kommerz, Lobbyismus und Loyalität

Anstatt falsche Lehr-Inhalte zu korrigieren werden Forschungen ignoriert und Fakten kleingeredet

Zudem ist ihr traditionell-esoterischer Moralkodex unvereinbar mit Güte-Kriterien westlicher Erwachsenenbildung

Mein Alternativ-Ansatz schafft ein umfassendes Korrektiv für Fehlentwicklungen wie Fundamentalismus, Folklore und Beliebigkeit

Kern-Bereiche sind Lernen und Lehren nach ideologie-freien Qualitätsstandards, Fakten-Treue, Unabhängigkeit sowie innere Weiterentwicklung

Das Tai-Chi-Prinzip

Hinter den hier behandelten Essentiellen Punkten steht das "Yin-Yang-Prinzip". Es ist der zugrundeliegende chinesische kulturell-philosophische Hintergrund, das Tai-Chi-Prinzip, nach dessen Gesetzmäßigkeit der Ausgleich von Yin und Yang in einem komplementären Wechselspiel von Gegensätzen erfolgt. Es berührt viele Praktizierende tief und nachhaltig, denn es kann Halt bei der Sinnsuche in einer sich ständig ändernden Welt geben. Das übergreifende "Tai-Chi-Prinzip" beschreibt im Daoismus die "höchste, äußerste Wahrheit" und wird im Zusammenhang mit dem "Yin-Yang-Prinzip" erläutert. Dazu gehört auch das übergreifende Thema "RESILIENZ".

Definieren die Tai-Chi-Prinzipien das "Traditionelle Tai Chi"?

Yang-Family-Linienhalter Meister Yang Jun hat mit seinem jüngsten Interview erhebliche Verwirrung geschaffen. In dem Youtube-Clip sollen die Zehn Prinzipien von Yang Chengfu nun plötzlich das offizielle Merkmal für das angebliche "Traditional Yang-Family-Taijiquan" darstellen. Siehe Feedback hier: Yang Jun Seminare Traditional Tai Chi Berlin Kiel Köln Siegen. Diese recht eigenwillige "Ad-Hoc-Deutung" passt möglicherweise zum Esoguru-Webauftritt und widerspricht wohl auch der Meinung von Yang Zhenduo, demzufolge die Prinzipien richtiges von falschem Taiji scheiden. Quelle: MAD-DECODE Ten Essentials / Clearing-House Yang-Family-Tai-Chi. Video-Text-Transkription: Traditional Tai Chi Yang Zhenduo und Traditionelles Tai Chi der Yang Chengfu Center.

Verbreitete Irrlehren

Ich werde häufig nach Literatur zu den Taiji-Prinzipien gefragt. Mein Eindruck ist, dass in Büchern, Artikeln, Internet-Posts und anderes häufig zu unkritisch Angelesenes "nachbetet" wird statt kritisch zu prüfen und zu hinterfragen. Die für unsere Tage typische um sich greifende "digitate Schwarm-Intelligenz" in den Sozialmedien macht die Situation auch nicht gerade besser. Hinzu kommt der dort weit verbreitete Vandalismus ("mob-Rule"): Kritische kompetente Nutzer-Beiträge z. B. in Wikipedia werden gnadenlos gelöscht, sodaß Fachleute letztlich entmutigt werden, dort weiter aufzuklären. Siehe das Hamburg-Seminar von Yang Zhenduo.

Fehlende Transparenz

Der allseits bekannte hochgelobte Artikel aus „Tai-Ji-Quan Yang Stil, Kolibri Verlag, 1991″ von Christel Proksch und Lie, Foen Tjoeng ist dabei ein Musterbeispiel für mangelnden Willen zur erforderlichen Transparenz! Dabei wäre professionell recherchierte Literatur doch eigentlich der einfachste und naheliegendste Weg zur Korrektur der zahlreichen über die Generationen mitgeschleppten Fehler, Irrtümer, Vorurteile und Mißverständnisse!

Auch Lehrgänge von Toby Threadgill zum Thema "Internal Strength and Body-Structure" zeigen wichtige sino-japanische Kontexte am Beispiel des Shindo Yoshin Ryu Jujutsu Verband.

Lehrer-Checkliste des DTB

Für immer mehr Suchende ist die offizielle Checkliste des Dachverbandes DTB e. V. eine konkrete Orientierungshilfe und Argumentationshilfe. Sie enthält auch Lehrer-Profile zu den Taichi-Prinzipien. Mit ihr kann sich jeder Interessierte ein besseres Bild von dem für ihn optimal passenden Lehrer machen. Die Multimedia-Dokumentation enthält eine Vielzahl von Hintergrund-Informationen zu Lehrer-Profilen. Vorteile und Nachteile werden analysiert. S. auch die wichtigsten Video-Vergleiche zu Yang-Stil-Meistern wie Yang Zhenduo.

Die Tai-Chi-Prinzipien - Yang Chengfus Zehn Essentielle Punkte

Hinweis 1: Yang-Stilisten zweckentfremden die Zehn Prinzipien oft, indem sie sie als Beweis interpretieren für die These, es gäbe eine klare Zugehörigkeit von Schulen zu ENTWEDER "inneren" ODER "äußeren" Kampfkünsten. Doch eher belegen die alten Schriften diese These: Es gibt nur "schlechte innere Kampfkünste" und durch die Befolgung der Essentials werden daraus "gute innere Kampfkünste"! Quelle: www.yang-chengfu-tai-chi.net/. S. dazu Mike Sigman: "Much of what we see in the broader medium range are people with limited whole-body usage, but who can use linear jin, to some degree. Bear in mind that all Chinese martial-arts, when done correctly, are going to have degrees of qi and jin in them, so for the most part what we see in many "Taiji experts" is really no more than basic CMA demonstrations of qi and jin to students who don't know any better. Actually, the teacher often doesn't know where he is in that sort of scale, so he thinks he's doing pretty pure and honest "Taijiquan". " Quelle: https://www.facebook.com/groups/349208698527821/permalink/1482650571850289.

Hinweis 2: Das Thema "Tai-Chi-Prinzipien" und Yang Chengfus Kommentare sind ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit des TCZ-Korrektivs - jedenfalls für alle diejenigen, die über den Tellerrand von Taiji-Folklore, Eso-Guru-Tum und "gefühlten Fakten" nach Wahrheit und Objektivität suchen. Die zehn wesentlichen Gebote des Taijiquan werden oft mißinterpretiert und somit falsch verstanden. Sie beruhen auf klassischen Schriften, die sehr vage und damit allles andere als eindeutig verstehbar sind. Dennoch bilden die Prinzipien für einen Großteil von Schulen, Lehrenden und Verbänden einen Beleg für ihre angebliche Überlegenheit als Kampfkunst.

Einführung: Die dem Tai Chi Chuan zugrundeliegenden "Essentials" wurden von Yang Chengfu mündlich gelehrt und von seinem Schüler Chen Weiming niedergeschrieben. Erst ihre Beachtung erzeugt korrektes, gutes Taijiquan und gewährleistet den Bezug zur Tradition. Die Formulierungen stammen aus den "Tai-Chi-Klassikern" und verbinden auf außergewöhnlich subtile Weise Innere Kampfkunst, Gesundheit und Meditation. Sie bilden die "Seele", die "DNA" der Kunst, ohne die es sie so nicht geben würde. Daher sollten diese wichtigen Punkte für jeden Praktizierenden absolute Priorität haben. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis sollten sie ihm einen verläßlichen Kompass zur Entwicklung seiner Inneren Kraft bilden - denn genau dazu dienen sie.

Ihr Stellenwert muss allerdings eingeordnet werden in ihren traditionellen Esoterik-Rahmen und die buddhistisch-taoistische Methodologie (vgl. dazu Meister Yang Juns Webauftritt auf Esoguru.com). Zudem ist vieles von ihrer Finesse verloren gegangen. Auch enthalten sie leider gravierende Fehleinschätzungen wie sino-japanische Forschungen enthüllen.

Bildungsbereich: Im ideologie-freiem Bereich westlicher Gesundheitsbildung und Erwachsenenbildung sollten diese "Internals" eine völlig andersgeartete Rolle spielen als bei quasi-religiösen Glaubensgemeinschaften. Insbesondere bei Lehrerausbildungen kann es dabei hierzulande leicht zu Konflikten und Spannungsfeldern kommen. Quelle: Tai Chi Prinzipien (DTB-Stundenbild "Was ist richtig und was ist falsch an den Taiji-Prinzipien?")

Die zehn Tai-Chi-Prinzipien als "Kitt zwischen Verbänden" oder "Rosetta-Stein

Schon bald nach Yang Chengfus frühem Tod im Jahre 1936 entbrannte der Streit um sein Erbe und die "politische Korrektheit" in der Familie und der Schülerschaft. Natürlich ging es im Kern um die Gretchenfrage, wer der Hüter der Familientradition sein solle und welche Abweichungen noch legitim seien.

Noch heute tut sich die internationale Verbände-Szene schwer mit gegenseitiger Anerkennung und die meisten Gruppierungen legen ihren Schwerpunkt in Alleinvertretung und Deutungshoheit. Doch die Erfahrung zeigt, daß damit niemandem gedient ist. Ich schlage vor, Yangs "Essentielle Punkte" als eine Art Grammatik zu begreifen, die wie bei Sprachen Gemeinsamkeiten der Grundlagen von Organisationen aufzeigen kann. Die Prinzipien wären dann eine Art "Verbände-Kitt" auf dessen Basis besser Gemeinsamkeiten und Unterschiede debattiert, erforscht und recherchiert werden könnten.

Innerhalb der engen Sicht des "Verbände-Hick-Hack" ist das kaum auszumachen, aber aus der übergeordneten, ganzheitlichen DTB-Perspektive des "Richtig Lernens und Lehrens" zeigt sich rasch eine art "Roter Faden", der Prinzipien, Traditionelles Yang-Tai-Chi und die Yang-Chengfu-Form-Varianten verbindet. Experten wie Dr. Langhoff vergleichen dies mit dem "Rosetta-Stein".

Die Tai-Chi-Prinzipien - Aufklärung tut not

Das chinesische Schattenboxen "Tai Chi Chuan" beruht auf der taoistischen "Yin-Yang-Philosophie" des "Tai Chi (Höchstes Prinzip)". Durch Loslassen des "Ich" erlangt man die Freiheit des Wu Wei. Es gilt gut zu unterscheiden zwischen Methode und Ziel sowie zwischen Strategie und Taktik.

Große Tai-Chi-Meister sind sich einig: Befolgt man die überlieferten Prinzipien und Grunsätze der Klassischen Schriften, so entwickelt sich langfristig automatisch "Innere Kraft", die mit Weichheit Härte besiegt. Diese innere Stärke beruht auf dem Yin-Yang-Prinzip und kommt ohne "äußere Härte" aus. Sie ist magisch anzuschauen doch sie beruht auf Physik. Dabei spielen die optimal verbundene Körperstruktur, Entspannung (SUNG) und die Faszien (Kollagen-Fasern, Bindegewebe mit Sehnen) eine herausragende Rolle. Dies zu verstehen ist entscheidend - Taijiquan ist ja keine Magie und hat nichts Übersinnliches!

Wenngleich die fundamentale Wichtigkeit von Taiji-Prinzipien unbestritten ist, so enthalten sie dennoch zahlreiche gravierende Fehleinschätzungen und Vorurteile, die unvereinbar sind mit den Standards unserer westlichen Erwachsenenbildung. Dazu gehört u. a. die hierzulande geforderte Ideologie-Freiheit. Doch leider tabuisiert die chinesische Esoterik-Tradition mit Loyalität und Gehorsam die enthaltenen Irrtümer bis heute weitgehend. Fast niemand traut sich, die allzu eng gefasste Weltsicht von Meistern wie Yang Chengfu, Yang Zhenduo oder Yang Jun zu kritisieren und zu korrigieren. Zum weit verbreiteten Personen-Kult um die Meister kommt häufig noch die Vorliebe für lediglich "gefühlte Fakten" hinzu. Tipp des Dt. Taichi-Bundes - Dachverband für Taichi und Qigong e. V. (DTB): Jeder Praktizierende des Yang-Taijiquan sollte sich unbedingt eingehend mit den Prinzipien befassen, aber dabei möglichst unvoreingenommen bleiben und Fakten-Treue einfordern.

Yang-Chengfu-Tai-Chi-Chuan - die Prinzipien Richtig Lernen und Richtig Lehren

Laut DTB-Recherchen zur Pädagogik des "Richtig Lernens und Lehrens" übersehen Lehrende beim Unterrichten von Yang Chengfus Taijijiquan oft die alles entscheidende Festlegung der inneren Haltung. Für chinesische Lehrmeister sowie für deutsche Lehrer, die deren quasi-religiöser esoterischer Weltanschauung folgen, sind die Taiji-Prinzipien "eherne Gebote", während moderne Lehrer östlicher Erwachsenenbildung oft von einer Art "Taiji-Grundgesetz" sprechen und kritischen Faktencheck unterstützen. Mit dieser "Gretchenfrage" ist zwar keine Wertung verbunden jeder Lehrer sollte sich über diesen Entweder-Oder-Scheideweg zwischen Fundamentalismus und Forschung im Klaren sein. Beides zusammen wird nicht gehen - ebensowenig wie ein Kompaß zugleich nach Norden und Süden zeigen kann.! Artikel-Download: www.yang-chengfu-tai-chi.net/prinzipien.html.

Wissensdefizite beim Linienhalter Yang Jun

Irritierend für viele Praktizierende sind die gravierenden Wissensmängel beim gegenwärtigen Linienhalter Meister Yang Jun. Diese zeigen sich bei den Tai-Chi-Prinzipien nur allzudeutlich. Nun ist er ohnehin nicht von der ganzen Familie Yang anerkannt, aber man könnte doch ein klare Expertise erwarten angesichts seiner Behauptung, das gesamte Wissen sei auf ihn übertragen worden. Hier rächt sich die tiefgreifende Ablehnung von Forschung und Fakten-Treue, die bei Glaubensgemeinschaften des Yang-Family-'Taijiquan so verbreitet ist. Und das wird wohl auch so bleiben, solange so viele Yang-Jun-Schüler "gefühlte Fakten" nicht kritisch überprüfen.

Wesentliche Punkte für mehr Innere Kraft

tai-chi-prinzipien-kampfkunsttai-chi-prinzipien gesundheitAnders als in den Klassikern wird von Yang Chengfu in seinen Kommentaren der Kampfkunst-Bezug überbetont - ihm ging es gemäß dem damaligen Zeitgeist um eine Diskreditierung der "äußeren Schulen". Inzwischen ist die Unhaltbarkeit seiner Thesen längst belegt. Daher sollte man heute die Gesundheit stärker berücksichtigen und sagen: Das Ziel der Prinzipien ist die Entwicklung Innerer Kraft für Kampfkunst und Gesundheit. Damit in engem Zusammenhang steht das Phänomen der "Resilienz". Korrektes Erlernen, Praktizieren und Lehren des Tai Chi Chuan muss daher auf Grundlage der "Essentiellen Punkte" erfolgen. Die Hauptvertreter der fünf Taiji-Familien sind sich zwar darüber einig, doch jeder Clan und letzlich jeder Meister setzt dabei unterschiedliche Schwerpunkte. Es ist daher ein Irrtum zu glauben, dass die von Yang Chengfu veröffentlichten Vorgaben für alle Stile gleichermaßen gelten würden. Man denke nur an die abweichende "Qi-Sehweise" im Yang-Stil von Cheng Manching oder die abweichenden Trainingsmethoden des Chen-Stil-Taijiquan. Selbst innerhalb der Yang-Familie besteht keine Einigung - für manche besteht die Richtlinie aus dreizehn Prinzipien und für andere aus lediglich zehn Prinzipien. Dies geht zuruck auf Yang Chengfu selbst, der zunächst mehr Prinzipien vorgab und dann drei davon ersatzlich strich (!).

Was man ebenfalls wissen sollte: Es gibt unterschiedliche Reihenfolgen beim Zählen der "Essentials" - so zählt Yang Zhenduo manchmal in der Reihenfolge wie sein Vater und manchmal in einer eigenen, von ihm selbst entwickelten Reihenfolge. Letztere hat der Taijiquan-Qigong-Bundesverband DTB für seine Lehrerausbildung übernommen.

Block-System: Module, Formate und Seminar-Planung

Das DTB-Block-System stellt jedem ein großzügiges Zeitfenster zur freien Zeiteinteilung bereit. Dabei sind auch die Module für die Prinzipien (Theorie und Praxis) zeitlich frei wählbar. Die Block-Formate umfassen Einzelunterricht / Privatklassen, Abendgruppen, Wochenend-Seminare, Sommercamps, Ferienkurse sowie wöchentliche, fortlaufende Kurse. Gebucht werden können auch Vorträge zur Einführung. Für berufsbegleitende Fortbildungen gibt es ein weiteres Format mit Bildungsurlaub von Montag bis Freitag: Viele Lehrgänge sind dafür staatlich anerkannt und in 12 Bundesländern zugelassen. Angeboten wird dieser Bildungsurlaub viermal jährlich.

Geplant ist für Hamburg und Berlin nach dem großen Erfolg ein weiteres Sommercamp für das übergreifende Fachthema "RESILIENZ" mit mehreren Dozenten, die für ihre Fachthemen einschlägig ausgewiesen sind.

Format-Struktur der Blöcke 1 bis 6

1. Block Wochenenden, Intensiv-Wochen, Tagesseminare Montag

2. Block Wochenenden, Intensiv-Wochen, Tagesseminare Dienstag

3. Block Wochenenden, Intensiv-Wochen, Tagesseminare Mittwoch

4. Block Wochenenden, Intensiv-Wochen, Tagesseminare Donnerstag

5. Block Wochenenden, Intensiv-Wochen, Tagesseminare Freitag

6. Block Wochenenden, Intensiv-Wochen, Tagesseminare Samstag

Zusätzlich nach Bedarf: Laufend Kurse und Sonder-Seminare/ Lehrgänge für Health-Qigong und Faszien-Qigong.

"Blick über den Tellerrand" - Tetsuzan Kuroda über konsistente Prinzipien

Da die Prinzipien japanischer Samurai-Kampfkunst von chinesischen Vorstellungen beeinflußt wurden, versuche ich, dies in meine Forschungen miteinzubeziehen. So finde ich es sehr hilfreich, was Tetsuzan Kuroda, ein bekannter zeitgenössischer Kenjutsu-Experte dazu sagt. Alles was man tut, muß auf einem einheitlichen, konsistenten Prinzipien-Fundus beruhen. Nur so kann ein Budoka die höchste Stufe an technischer Ausführung erlangen. Er erklärt dies als "Körper-Geist-Einheit" - ist sie nicht gegeben, so bekämpfen sich Körper und Geist. Die "Körper-Geist-Einheit" geht nur mit einem einheitlichen Geist - sonst streiten sich widerstrebende Prinzipien um ein und denselben Körper.

"Everything you do as a budoka must operate on the excact same set of principles if you are to achieve the highest level of technical execution, otherwise your body and mind are essentially fighting one another in a constant struggle to synchronize different embedded types of movement. Imagine two minds trying to control one body at the same time"

"Blick über den Tellerrand" ist besser als enge "Yang-Chengfu-Sicht"

Yang Chengfus Hauptpunkte - kritische BetrachtungYang Chengfus Hauptpunkte - kritische BetrachtungNeue wissenschafliche Forschung belegt: Die weit verbreitete aber voreingenommene "Yang-Chengfu-Sehweise" hat aufgrund ihrer "geschlossenen Weltsicht" große Defizite. Wer dies übernimmt, rückt in die Nähe von Glaubensgemeinschaften mit ihren "gefühlten Fakten"! Jeder ist gut daher beraten, "über den Tellerrand zu schauen". Stets sollte man bei der Beschäftigung mit den "Essentials" eine Balance beachten zwischen zergliedernder Analyse und der Berücksichtigung notwendiger Kontexte. Im Wesentlichen geht es beim Funktionieren der Inneren Stärke um Strategie-Fragen wie etwa der Einsatz von Weichheit (ROU 剛) und Härte (GANG 柔) in der jeweiligen Situation.

Die Wichtigkeit der "Essentiellen Tai-Chi-Punkte" bleibt allzu oft im Unterricht vieler Schulen ein Lippenbekenntnis. Selbst Fachleute geben sich mit Unklarheiten und Vagheiten zufrieden statt verstärkt zu forschen. So gibt der Linienhalter Yang Jun zwar die desillusionierende Feststellung von Louis Swaim wieder, es gäbe 14 unterschiedliche Deutungen des 1. Prinzips "Kopf gerade". Dabei ist es wohl nicht zuviel verlangt, dass ein Linienhalter, auch wenn er in seiner Familie umstritten ist, eine Klärung herbeiführen würde! Siehe die kommentierten Abschlussberichte der Yang Jun Seminare Hamburg Kiel Siegen Berlin Köln (Video Keynote Speech). Man erkennt dies an den Tai-Chi-Symposien 2009 und 2014 der International Yang Family Tai Chi Association sehr gut. Deren weltweite Yang Chengfu Tai Chi Center übernehmen auf ihren Webseiten die Behauptungen oft kritiklos eins-zu-eins - Kritik ist vielerorten unerwünscht.

Dies ist nicht überraschend, denn gerade in Glaubensgemeinschaften mit ihrem eng gefassten Esoterik-Weltbild hat tiefergehende kritische Forschung nicht den Stellenwert wie in westlicher Erwachsenenbildung. Daher gewinnen wissenschaftliche Ansätze mit stilart-übergreifenden Perspektiven wie die des Dt. Taichi-Bundes DTB e. V. an Bedeutung. Siehe dazu die Distanzierung von den Centern und die multimedia-Dossiers Yang Chengfu Tai Chi Center.

Die Prinzipien des Yang-Stils und der Wu-Stil von Wu Yuxiang

Was viele Praktizierenden des Yang-Stils und des Chen-Stils gar nicht wissen: Die klassischen Quellen für die Prinzipien stammen aus dem Wu-Stil - genauer gesagt von Meister Wu Yuxiang, der mit Yang Luchan die Kampfkunst eigentlich erst zu dem machte, was es heute ist und der auch den Namen Taijiquan schuf. Seine Ausführungen und seine Kenntnisse basieren auf den gerühmten Manuskripten ("Saltshop Manuals"), die von Wang Zhongyue stammen sollen. Insgesamt sind es drei Arbeiten.

Hinweis: Der Yang-Luchan-Sohn Yang Banhou (Yang Panhou) hatte seinerzeit geheime Transkripte an die Wu-Familie übergeben, die 1985 erstmalig veröffentlicht wurden. 1993 zog die Yang-Familie nach und veröffentlichte auch ihre Kopie. Darin wird Fundamentales zu den Prinzipien erklärt: Quelle: Yang Banhou.

Veränderte Reihenfolge von Yang-Chengfu-Sohn Yang Zhenduo

(persönlich erläutert von Yang Zhenduo in Hamburg für Schüler von Dr. Stephan Langhoff, Quelle: Zehn Tai-Chi-Prinzipien). Die Reihenfolge der Prinzipien weicht bei Yang Zhenduo hier von der ursprünglichen Reihenfolge seines Großvaters Yang Chengfu ab. Experten halten die untenstehende Reihenfolge, die von Yang Zhenduo in Europa und USA unterrichtet wird für besser und klarer. Die Umgestaltung erfolgte wahrscheinlich nach methodologischen bzw. pädagogischen Gesichtspunkten.

Unterschiedliche Zahlen für die "Essentials" innerhalb der Familie Yang

YANG CHENGFU betonte in frühen Jahren 13 grundsätzliche Prinzipien, aus denen später 10 wurden. Es fielen folgende drei weg, ohne dass der Text der übrigen geändert wurde (!):

11) Das Qi sinkt in das Dantian

12) Absicht und Qi interagieren

13) Bewegung und Stillstand sind verbunden

Bereits erste Recherche enthüllt Hochinteressantes: Es existieren abweichende Reihenfolgen z. B. erklärte Yang Zhenduo die Prinzipien häufig anders als sein Vater Yang Chengfu, der ja zudem in frühen Jahren drei Zusatz-Prinzipien lehrte. Die Unterschiede werden in folgender tabellarischen Auflistung deutlich. Dabei ergibt sich als einzige Gemeinsamkeit, dass Yang Zhenduo seinem Vater einzig bei dessen 1. Prinzip "Kopf gerade aufrichten" folgte.

Um diese abweichenden Reihenfolgen zu analysieren, wurden zwei Tabellen erstellt - eine "neutrale, gleichrangige" (Tabelle 1) und eine zweite, die die "Weiterentwicklung" durch Yang Zhenduo zum Ausgangspunkt nimmt (Tabelle 2). Dazu sollte man wissen, dass Yang Zhenduo seine neue Reihenfolge lehrte in seinen USA-Lehr-Videos und in Hamburg. Er benutzte in späteren Jahren jedoch wieder die ursprüngliche Reihenfolge von Yang Chengfu. Wahrscheinlich, um seinem Enkel Yang Jun die innere Konsistenz mit dessen "Yang-Chengfu-Tai-Chi-Centern" zu erleichtern. Oder auch, weil er zu dem Schluß gelangte, daß die ursprüngliche Abfolge "doch besser" war - aus sachlichen oder pädagogischen Gründen...

Betrachtet man die beiden Reihenfolgen als "gleichrangig", so erkennt man keine Regelmäßigkeit außer , dass die beiden letzen eine Vertauschung darstellen. Es scheint also inhaltlich / thematisch keine innere Kohärenz zu geben. Daraus könnte man den Schluss ziehen, dass die Änderungen aus pädagogisch-didaktischen Erwägungen heraus erfolgt sein könnten.
Anfänger könnten sich so einen klar strukturierten Zugang zu den essentiellen Punkten ähnlich einem Stundenbild erarbeiten. Und Lehrer hätten so einen klare Referenz.

Fortgeschrittene könnten anhand der ursprünglichen Abfolge leichter ergründen, was "eigentlich gemeint" ist. So hätten sie einen eher intuitiven Zugang tief unter die Oberfläche.

Prinzipien Tabelle 1: Neutrale A-Z-Reihenfolge (weder Yang Zhenduo noch Yang Chengfu)

(4, 2) Brustbein einbehalten - Rücken strecken
(8, 6) Geisteskraft statt Körperkraft
(7, 8) Inneres und Äußeres verbinden
(1, 1) Kopf gerade aufrichten
(6, 4) Leere und Fülle unterscheiden
(9, 7) Oben und Unten verbinden
(10, 9) Ohne Anfang und ohne Ende
(2, 10) Ruhe in der Bewegung
(3, 5) Schultern, Ellbogen, Handgelenke lockern
(5, 3) Taille entspannen

Prinzipien Tabelle 2: Reihenfolge gemäß Yang Zhenduos Weiterentwicklung

1) Den Kopf gerade aufrichten 1) Den Kopf gerade aufrichten Diese einzige Gemeinsamkeit könnte hindeuten auf die größten Stellenwert oder auf auf einen pädagogisch-didaktischen Vorrang
2) Die Ruhe in der Bewegung 10) Ruhe in der Bewegung Man beachte die extreme Abweichung: Was für Yang Chengfu an letzter Stelle kam, hatte für Yang Zhenduo die zweithöchste Priorität
3) Die Schultern Ellbogen und Handgelenke senken 5) Schultern, Ellbogen, Handgelenke lockern Nur geringe Abweichung und zudem eine simple Vertauschung mit 5)
4) Brustbein einbehalten - Rücken dehnen 2) Brustbein einbehalten - Rücken strecken Yang Chengfu sieht eventuell einen engen inneren Zusammenhang mit seinem 1. Prinzip
5) Taille entspannen 3) Taille entspannen Yang Chengfu sieht eventuell einen engen inneren Zusammenhang mit seinem 1. und 2. Prinzip
6) Leere und Fülle unterscheiden 4) Leere und Fülle unterscheiden Folgerichtig geht der Fokus dann auf die "Innere Kraft"
7) Inneres und Äußeres verbinden 8) Inneres und Äußeres verbinden Die Kernforderung nach Körper-Geist-Einheit zeigt sich in Ähnlichkeit beider Reihenfolgen
8) Kraft des Geistes statt Körperkraft 6) Geisteskraft statt Körperkraft Die Kernforderung nach dem Primat der Vorstellung "Yi" zeigt sich in Ähnlichkeit beider Reihenfolgen
9) Unten und oben des Körpers koordinieren 7) Oben und Unten verbinden Die Kernforderung nach ganzheitlicher Körper-Struktur zeigt sich in Ähnlichkeit beider Reihenfolgen
10) Bewegung ohne Anfang und Ende 9) Ohne Anfang und ohne Ende Auch hier eine ähnliche Einschätzung. Yang Zhenduos Endprinzip könnte suggerieren "Noch einmal", während Yang Chengfus Endprinzip ja die Innere Ruhe betont.

Die Tai-Chi-Prinzipien als "Nachhilfe"

Als eine Art "Grundgesetz des Yang-Stils" gebührt den Essentials ein grundlegender Stellenwert - sowohl beim Lernen als auch beim Lehren. Ich werde manchmal gefragt, ob ich auch Unterricht erteile nur für die Prinzipien, also ohne zugleich die Form zu unterrichten. Ja, das tue ich auf Wunsch gern, wenn bereits irgendeine Yang-Taiji-Form zuvor erlernt wurde. Ich denke, ich bin mit diesem Verhalten sicher eine Ausnahme, denn mir ist keine andere Schule bekannt, in der der man sich solchermaßen nur auf die Prinzipien fokussiert. Ich sehe einen solchen Prinzipien-Unterricht als eine Art "Nachhilfe" für zuvor Versäumtes, die eine zuvor erlernte Taiji-Form durchaus "stabilisieren" und mit Leben erfüllen kann. Wenn eine Schule oder Organisation mit diesem Anliegen an mich herantritt, versuche ich stets, all drei Hauptaspekte Kampfkunst, Meditation und Gesundheit zu berücksichtigen. Auch gehe ich kritisch mit Yang Chengfus Kommentaren um und zeige deren Schwachstellen in der Argumentation auf - auch wenn das nicht jedem gefällt.

Die Tai-Chi-Prinzipien - gibt es wichtige und unwichtige?

Eine interessante Fragestellung für mich ist, ob alle Prinzipien gleich wichtig sind für den individuellen Fortschritt des Lernenden oder ob bestimmten "Schlüsselprinzipien" eine Art "Türöffner-Funktion" zukommen könnte, die zu überproportionalem Zuwachs an Verständnis führt. Das wäre dann vergleichbar bei einem Sprachenstudium, wo man ja bekanntlich mit einem geringen "Grundwortschatz" sehr viel verstehen kann.

Die Tai-Chi-Prinzipien - Oberfläche und Tiefe

Die in den "Tai-Chi-Klassikern" ausgeführten Anweisungen sind vage und geheimnisvoll. Sie sind zudem nicht nur mißverständlich sondern auch sehr lückenhaft. Zudem lassen sie sich auf extrem unterschiedliche Art übersetzen. Sicherlich waren sie auch nicht für Laien gedacht und sicherlich wurden keine Geheimnisse öffentlich gemacht werden. Diese "essentiellen Gebote" sind also nicht leicht zu verstehen sondern bilden nur eine "Oberfläche" für einen oberflächlichen Eindruck. Ich habe meine eigene Meinung, wie er zu vertiefen ist: Erforderlich ist die Einordnung in größere Kontexte von Kampfkunst, Philosophie und Meditation.

Die Tai-Chi-Prinzipien im größeren Zusammenhang

Die "Zehn Tai-Chi-Prinzipien" sollten für Lehrer und Schüler gleichermaßen DIE Richtschnur sein - die "Taiji-Essentials" sozusagen. So sagte Yang Zhenduo einmal zu mir "Gutes Tai Chi ist das, das den von meinem Vater beschriebenen Prinzipien entspricht". Ungeachtet der überragenden Wichtigkeit für alle Praktizierenden sollte man diese essentiellen Gebote nicht "von innen" betrachten sondern sie von höherer Warte aus erforschen und mit anderen Künsten vergleichen. So können Fehler korrigiert werden und manches von dem verloren Gegangenen erschlossen werden. Siehe dazu Aikido, Judo und besonders die Jujutsu-Stilrichtung Shindo Yoshin Ryu.

Die Prinzipien im Lichte von "Tradition" und "Transparenz"

Lehrende gehen mit den Prinzipien des Tai Chi auf zwei sehr unterschiedliche Arten um. In meinen Lehrerausbildungen kommt den Tai-Chi-Prinzipien eine wichtige Rolle zu - doch was ist das Besondere? Kurz gesagt, stelle ich die Prinzipien nicht ehrfürchtig auf ein unberührbares Podest sondern ich betrachte sie von höherer Warte und kann so überzeugend und prägnant gravierende Irrtümer, Fehler und Vorurteile herausarbeiten. Ich bedauere sehr, dass andere Lehrende diese Mängel ignorieren. Ich fordere sie auf, an einer Korrektur und einem verbesserten Verständnis mitzuarbeiten.

In Taiji-Ausbildungen - egal wie unterschiedlich sie an der Oberfläche auch sein mögen - kann man die grundlegenden Taiji-Prinzipien, die auf den Klassischen Schriften beruhen, auf zweierlei Art behandeln - nämlich je nach Ansatz der "Tradition" mit all ihren überkommenen Fiktionen den Vorrang geben oder der "Transparenz", wie ich es tue. Ich weise stets auf die zahlreichen Fehleinschätzungen hin, die chinesische Meister propagieren und belege sie mit eindeutigen Fakten. Wer Trugschlüsse der Zehn Prinzipien totschweigt und aus Loyalität, Ignoranz oder kommerziellen Interessen mitträgt, ist mitverantwortlich für die sinkende Reputation des Taijiquan speziell in der Erwachsenenbildung. Wer die leicht belegbaren Fehler nicht korrigiert, dem werfe ich mangelnden Willen zur Transparenz vor. Ich finde eine solche Lehrweise auch unverantwortlich den Schülern gegenüber. Vor einer solchen inneren Einstellung distanziere ich mich ausdrücklich und ich möchte nicht mit solchen Lehrern verwechselt werden.

Tai-Chi-Prinzipien - Glauben contra Wissen?

Vielen Yang-Taijii-Praktizierenden gelten Yang Chengfus "Essentielle Gebote - aufgezeichnet und kommentiert von seinen Schülern Chen Weiming und Cheng Manching als "Taiji-Bibel". Besonders im Umfeld chinesischer Meister mit ihrer oft beanspruchten "Deutungshoheit" werden "gefühlte Fakten" als Wahrheit gehandelt, die sich in solchen Elfenbeintürmen quasi automatisch bestätigt. Was für ein Kontrast zum eigentlichen Buddhismus und Taoismus, dem es um ein "Aufwachen" geht!

Angesichts der zahlreichen Taiji-Glaubensgemeinschaften ist dies für die westliche ideologiefreie Erwachsenenbildung ein verheerendes Zeichen, denn dies impliziert eine gewisse Erhabenheit über kritische Stimmen und wissenschaftliche Recherche. Mein Rat ist daher, sie nicht mit der "neuen Religiosität der Yang-Family" ehrfürchtig nachzubeten sondern sie lediglich als Einstieg mit der gebotenen Vorsicht zu behandeln. Man sollte dabei kritische Stimmen nicht einfach auszublenden, wie es leider häufig geschieht.

Überdies bemerkt schon der Laie ziemlich rasch, dass es von einander abweichende Übersetzungen und Kommentare gibt, die das Befolgen der esoterisch geprägten Gedankengänge erschweren. Jeder sollte hier zwischen "Glauben und Wissen" klar differenzieren und sich um ein tiefergehendes Verständnis aus übergeordneter Perspektive bemühen. Dabei kann ich gern Hilfestellung leisten und Forschungsmaterial beisteuern. Tipp Stundenbild "Die 10 Tai-Chi-Prinzipien - eine kritische Bestandsaufnahme" (Überblick über die 10 Tai-Chi-Prinzipien).

Tai Chi-Prinzipien - der gravierendste Irrtum

Chinesische Taiji-Meister demonstrieren stets Einigkeit in einem Punkt: Beim Vergleich mit anderen Kampfkünsten deklarieren sie diese fälschlicherweise allesamt als "extern". Tai Chi sei die einzige Innere Kampfkunst - das war auch die gemeinsame Linie des "Tai-Chi-Symposium 2014" in den USA, auf dem Meister aller fünf Hauptstile vertreten waren. Dieses "Taiji-Glaubensbekenntnis" der Einzigartikeit der Tai-Chi-Prinzipien ist jedoch grundfalsch. Es ist ein überholtes Vorurteil aus einer längst vergangenen Zeit. Dennoch haben auch viele deutsche Lehrer nichts Eiligeres zu tun, als ihren chinesischen Meistern beizupflichten - ein großer Teil sicherlich wider besseres Wissen. Manche vielleicht auch aus Zwang - in gewissen Prüfungen muss man Entsprechendes ankreuzen, um zu bestehen (s. Prüfungsfragen, Gesinnungsprüfung Yang Stil Taijiquan). Der DTB-Ausbilder Dr. Stephan Langhoff möchte durch mehr Aufklärung die Transparenz der östlichen Gesundheitsübungen erhöhen, damit sie den Anforderungen moderner Erwachsenenbildung entsprechen. Dadurch könnte auch die gesunkene Reputation des Tai Chi wieder gestärkt werden.

Vergleicht man östliche Kampfkünste, so sollte man als Kriterum nicht die technische Ausführung von Techniken nehmen sondern die zugrundeliegende Theorie, die Prinzipien. Nachdrücklich plädiert dafür kein geringerer als Yukiyoshi Takamura und der gegenwärtige Linienhalter seiner Stilrichtung, Tobin E. Threadgill Kaisho, pflichtet ihm bei und hält diesen Vorschlag für faszinierend. Auch der DTB hält diesen Gedankengang für gut geeignet, die Taijiquan-Prinzipien mit denen anderer "weicher, innerer" Kampfkünste zu vergleichen. Hier folgt eine Darstellung des Takamura-ha Shindo Yoshin Ryu Jujutsu, die von Yukiyoshi Takamura gegründet wurde. Leitlinien asiatischer Kampfkünste diskutiert der Jujutsu-Meister anhand der zugrunde liegenden Prinzipien und "Internals": Y. Takamura (Takamura-ha SYR) Nairiki.

Tai Chi-Prinzipien: Hier irrte Yang Chengfu - ein Beleg aus dem Wado Ryu / Shindo Yoshin Ryu

Die essentiellen Punkte sind natürlich die wichtigste Hilfe und Leitlinie beim Üben und beim Beurteilen anderer. Doch meine Sehweise ist damit nicht erschöpft. Ich halte es für hilfreich, die gravierenden Fehleinschätzungen Yang Chengfus aufzuzeigen. Dazu ein konkretes Beispiel: Yang Chengfu behauptet, dass andere Kampfkünste die in den Prinzipien beschriebenen Charakteristika wie Weichheit und Ganzkörper-Einheit nicht kennen würden. Mir war diese Fehleinschätzung und all seine anderen bereits klar als ich vor vielen Jahrzehnten zum ersten Mal von den Prinzipien hörte, da ich genau diese Prinzipien vom Wado-Ryu-Karate her kannte - sie waren die Grundlage meines Trainings. Dazu hier ein Beispiel, das zwei meiner Lehrer (T. Kono und S. Imai) bei der Idori-Partnerübung zeigt. (Quelle: T. Kono und E. v. Oehsen:Der Weg des Schwarzgurtes, Seite 206, Kono Verlag, Norderstedt, 1996,ISBN 3-9804461-1-5)

Hamburg: Lehrerausbildung Tai Chi Qigong ab 29,90 pro Monat

Gern kann man mehrere kostenlose Probestunde persönlich in Dr. Langhoffs Hamburger Unterricht nehmen. Kosten für Mitgliedschaft 29,90 pro Monat. Damit stehen einem alle wöchentlichen Kurse offen (zur Zeit sind es 6). Kündigung quartalsweise möglich. Qigong Tai Chi Hamburg Ausbildung. Liste von Kursen und Schulen vor Ort: Ausbildung Hamburg.

Lesetipp: Essential Yang Tai Chi Form von Yang Jun

Seine neu entwickelte neue Kurzform nennt der Linienhalter ausgerechnet "Essential Form" - ganz so als ginge es ihm dabei um die "Essentials" seines Urgroßvaters, also seinen "Zehn Prinzipien". Doch er sagt selbst, daß in dieser vereinfachten Form die "essentiellen Punkte" Yang Chengfus keine Rolle spielen. Worum geht es also in dem umstrittenen Geschäftsmodell des "Seattle-Clans"? Mehr dazu hier: Essentielle Kurz-Form und  Yang Juns Essentielle Taiji Form. Die Schülerschaft seiner Yang-Chengfu-Center ist - so schaut es aus - mit dem vollmundig angepriesenen "Tafelsilber der Familie Yang" nicht gut zu motivieren - oder hat man entdeckt, daß vieles an den vorgeblichen "Kronjuwelen" irreführend ist? Jedenfalls gibt es jetzt eine neue verkürzte Form, die lediglich 22 der 37 Figuren von Yang Chengfu benutzt. Will man mit dem "neuen Baby" dem massiven Mitgliederschwund von fast zwei Dritteln in nur einer Dekade entgegenwirken? Könnte eventuell die DTB-Aufklärung über das "Yang-Chengfu-Center-Syndrom", der sich ja etliche Institutionen angeschlossen haben, damit zu tun haben?