✔️  Qigong, Tai Chi, Tuishou (Push Hands) meistern in Deutschland

Dr. Stephan Langhoff, geb. 1949, Lehrer-Ausbildung Tai Chi, Qigong, Push Hands: Artikel, DVDs, Block-Module, Treffen, Workshops, Meister

WILLKOMMEN BEI UNSERER "COMMUNITY MIT WEITBLICK"

Verbände und Lehrende sind oft verstrickt in Heilslehren, Lobbyismus und Kommerz

Anstatt falsche Lehren zu korrigieren werden Forschungen ignoriert und Fakten kleingeredet

Zudem ist ihr traditioneller Moral-Kodex unvereinbar mit Standards westlicher Erwachsenenbildung

Meine Alternative schafft ein Korrektiv zu Fehlentwicklungen, Fundamentalismus, Tabuisierung und Ignoranz

Mein Markenkern sind ideologie-freie Qualitätsstandards, Fakten-Treue, Unabhängigkeit sowie innere Weiterentwicklung

Jeder kann das großartige Potenzial des Tai Chi und Qigong nutzen - für sich und andere !

TUISHOU: PUSH HANDS AUF DEM PRÜFSTAND:

Dr. Langhoffs Essay über Push Hands und Push-Hands-Treffen beleuchtet die ganze Bandbreite der ausgeklügelten chinesischen Zweikampf-Methodik. In diesem Manual beschreibt der promovierte Dan-Träger nicht nur die Grundlagen der "Schiebenden Hände" in Forschung, Unterricht und Lehre sondern spannt einen stilart-übergreifenden Bogen, der sich gleichermaßen an Anfänger und Fortgeschrittene richtet.

POTENZIALE BESSER NUTZEN:

Push-Hands-Ausbildung mit Dr. Stephan LanghoffDr. Langhoff hat 50 Jahre Erfahrung mit östlicher Kampfkunst. Er ist international bekannt und als Autorität auf seinen Fachgebieten einschlägig ausgewiesen. Der Autor beschreibt die Push-Hands-Thematik aus ideologie-freier Sicht, denn er ist keiner Taiji-Dynastie zu Loyalität und Gehorsam verpflichtet. Sein Sachverstand kann helfen, die Potenziale östlicher Übesysteme besser zu nutzen. So kann jeder neuartige Zusammenhänge für sich erforschen.

80 PUSH-HANDS-TREFFEN REGION HANNOVER:

Der hoch-professionell arbeitende DTB-Ausbilder hat seit 2000 bereits 80 Intensiv-Wochen mit integrierten Treffen geleitet. Sie sind anerkannt als modularisierte FachFortbildungen. Regionale Übungsgruppen trainieren nach seiner Methodik, die ganz ohne "Qi-Mantras" auskommt. Zum Kompetenz-Team gehören DTB-Ausbilder aus ganz Deutschland. Entstanden ist so eine engagierte "Community mit Weitblick".

ABSTRACT DES ARTIKELS

"Tuishou" ist der chinesische Name für die Partner-Übungen des Tai Chi Chuan (Taijiquan). Sie werden international meist als "Push Hands" bezeichnet. Dr. Langhoff stellt der vorherrschenden engen Sehweise seinen übergreifenden ganzheitlichen Alternativ-Ansatz gegenüber. Dabei stehen zentrale Aussagen der Taiji-Qigong-Szene auf den Prüfstand.

Den in früheren Zeiten nur an auserwählte "Innere Schüler (Meisterschüler)" weitergegebenen Zweikampf-Techniken haftete schon immer etwas an, das man als magisch-mystisch bezeichnen kann.

Und bis heute wird diese "Quasi-Religiosität" u. a. befeuert von Heilslehren und Lobby-Verbänden, die mit diesem "Nimbus der Übernatürlichkeit" viel Zulauf haben. Ihre Haupt-Botschaft ist die "Wudang-Doktrin", die auf der "Zhang-Sanfeng-Mythologie" beruht.

Dr. Langhoffs Fazit: Dieses "Erbe" ist in der heutigen Zeit zum Teil nur noch überholter Ballast aber "gereinigt" hat das "Händeschieben" auch heute noch seine Berechtigung.

Sein Korrektiv zu diesem "Szene-Spin" basiert auf ideologie-freien Faktencheck. Damit wird ernsthaft Interessierten ein gangbarer Weg aufgezeigt, Push-Hands-Potenziale in all ihrer Vielfalt für sich zu erschließen. Der Essay soll hier mehr Klarheit schaffen und die Diskussion wieder "vom Kopf auf die Füße" stellen.

Um der komplexen Thematik gerecht zu werden, ist der detailreiche Aufsatz in drei Sektionen mit zehn Kapiteln gegliedert und enthält einem Anhang mit Exkursen, Anmerkungen, Links und Updates (Blogpost Review).

In der Einführung erläutert Dr. Langhoff zunächst seine Methodik des "Richtig Lernen und Lehrens". Sein Ansatz beruht auf weltanschaulicher Neutralität, Transparenz und Verbraucherschutz.

Sektion A behandelt den begrifflichen Rahmen mit den Punkten 1. Definitionen, 3. Meister-Titel und 3. Wettkampf-Regularien. Die Frage lautet "Was ist Tuishou (Push Hands) und wie werden die Übungen definiert bzw. interpretiert?" Gängige Definitionen sind zusätzlich zu ihrer Ad-Hoc-Beliebigkeit noch inkonsistent bzw. unlogisch. Chinesische Meister interpretieren ihr Übungsgut traditionell gemäß der "political correctnessihrer Lineage". Demgegenüber sind moderne Turnier-Regeln zwar konkreter aber ausschließlich auf den Teil-Sparte "Wettkampf" orientiert.

Fazit und Appell: Es gibt keine allgemein akzeptierte Festlegung, wie man "Tuishou / Pushhands" verstehen soll. Nur durch bessere Aufklärung könnten die hinter den vagen Termini stehenden kontroversen Auffassungen besser transparent gemacht werden.

Sektion B behandelt den inhaltlichen Rahmen der Kampf-Formalisierung mit den Punkten 4. Essentials / Hauptpunkte (Prinzipien, Yin-Yang-Philosophie, Partner-Rolle), 5. Nachbar-Disziplinen. Dabei geht es um die Sparten Qi/ Fajin,  Dalü, SUNG-Entspannung, Chansigong, Faszien und "Fajin". Punkt 6 behandelt die "Neijiaquan-DNA" "Innere Kampfkunst" und "Innere Kraft": Die Partner-Sets stammen aus den sogenannten "Inneren Kampfkünsten" und sollen deren "Internals" konkret anwendbar machen. 

Sektion C behandelt Training, Ausbildung und insbesondere den Austausch unter Praktizierenden. Sogenannte "Push-Hands-Treffen" werden in unterschiedlichster Art in ganz Deutschland veranstaltet. Beim DTB-Bundesverband hat Dr. Langhoff bereits über 80 in die Ausbildung integrierte Block-Events geleitet. Alle Veranstaltungen sind modularisierte FachFortbildungen. Regionale Übungsgruppen trainieren nach seiner Methodik, die ganz ohne das "Push-Hands-Syndrom" auskommt. Zum Kompetenz-Team gehören Ausbilder aus ganz Deutschland. Entstanden ist so eine engagierte "Community mit Weitblick".

 

TUISHOU: PUSH-HANDS AUF DEM PRÜFSTAND -

Tuishou / Push-Hands: Dr. Stephan Langhoff informiertLiebe Leser! "Tuishou" (international "Push Hands") ist der chinesische Oberbegriff für Partner-Formen im Tai Chi Chuan (Taijiquan). Sie stellen zwar die ältesten Überlieferungen dar, aber ihre Praxis unterscheidet sich sehr von den brutalen Nahkampf-Techniken vergangener Zeiten. Mir persönlich bieten sie einen direkten Zugang zu "Innerer Kampfkunst", Yin-Yang-Philosophie und Meditation.

TUISHOU-INFO: Dr. Langhoff´s Push-Hands-EssayDie Internet-Suche bietet eine Fülle unterschiedlichster Infos. Ganz oben rangieren "schillernde Chi-Welten" - klar, denn sie entsprechen dem herrschenden Klima, von dem ich mich allerdings strikt abgrenze: Die Hypes des Zeitgeistes  sind geprägt von einer Mischung aus Infotainment, Magie, Ehrfurcht und Verheißung. Dieser "Eso-Spin" hemmt die innere Weiterentwicklung!

Tuishou: Push-Hands-Meister Fu Shengyuan mit Dr. Langhoff in HamburgBei mir gehörten stilart-übergreifende Partner-Übungen von anfang an zu meiner nun 50 Jahre andauernden Beschäftigung mit Kampfkunst. Als ich dann begann, mich mit dem "Chinesischen Schattenboxen" zu beschäftigen, stieß ich überall auf folkloristisch verbrämte Dogmen der damaligen Kader-Eliten. Schnell habe ich mich von solchen Strömungen abgewandt und ihnen meine Forschungen gegenübergestellt.

Push-Hands-Meister Yang Jun auf Esoguru.comDas "Händeschieben" genießt in der Taijiquan-Qigong-Szene einen "Kult-Status", der von interessierter Seite stetig neu befeuert wird. Doch ihre Spin-Doktoren fremdeln mit Fakten-Check und Ideologie-Freiheit. Ihre enge, einseitige Sehweise verhindert ein tieferes Verständnis von "Innerer Kampfkunst" und "Innerer Kraft". Die Folge ist eine klaffende Lücke zwischen Theorie und Praxis.

Deutschland-weite Lehrer-Ausbildung Push Hands / tuishou im DTB-Dachverband Leitung Dr. LanghoffMeine Herangehensweise gewährt eine sachgerechte Betrachtung aller Faktoren und Zusammenhänge. Dies wiederum fördert den "Alltags-Transfer". Die hohe Beteiligung an über 80 Push-Hands-Treffen zeigt das große Interesse. Mein Ansatz bietet den nötigen "Blick über den Tellerrand" und hiilft, die Potenziale der "Klebenden Hände" in all ihrer Vielfalt für sich zu erschließen.

Ich bemühe mich, diesen Push-Hands-Artikel rasch zu vervollständigen und ihm danach einen konsistenteren Aufbau zu geben, denn er soll für die quartalsweisen Treffen vom DTB-Dachverband als offizielles "Push-Hands-Manual" als Teilnehmer-Handout für Lizenzverlängerung anerkannt werden. Und die schon jetzt rege Nachfrage zeigt den großen Bedarf!

AUFBAU / GLIEDERUNG DES ARTIKELS

Abstract / Zusammenfassung Randspalte rechts

Einführung

  • 0.1. Potenziale nutzen
  • 0.2. Seriöse Beratung
  • 0.3. "Push-Hands-Syndrom"

A: Begrifflicher Rahmen

  • 1. Definitionen zum Verständnis
  • 2. Meister-Graduierungen
  • 3. Wettkämpfe und ihre Reglements

B: Inhaltlicher Rahmen

  • 4. Push-Hands-Essentials
  • 5. Nachbar-Disziplinen
  • 6. Innere Kampfkünste

C: Treffen, Austausch, Kontakte

  • 7. Push-Hands-Treffen der Szene
  • 8. Push-Hands-Treffen des DTB
  • 9. Ausbildungen des DTB

Anhang

  • 10. Exkurse
  • 11. Anmerkungen
  • 12. Weiterführende Links



0. Einführung

Die Tuishou-Partner-Übungen sollte man nicht isoliert behandeln. Im alten China existierte ein Dreiklang von Tai Chi Chuan, Qigong und Tui Shou. Ziel bei der Ausübung war die Entwicklung der inneren "Qi-Kraft". Bei dieser spirituell-energetischen Sehweise bestand seit jeher eine innige Verbindung von Meditation, Kampfkunst und ganzheitlicher Gesundheit.

Viele Menschen der heutigen Zeit sind bestrebt, dieses ebenso reichhaltige wie herausfordernde Potenzial für sich zu erschließen.  Tuishou ist dafür ein gangbarer und empfehlenswerter Weg - vorausgesetzt, es wird korrekt erlernt und regelmäßig betrieben. Weltweit gibt höchst unterschiedliche Lern-Modelle in den Lehrer-Ausbildungen - z. T. mit höchst fragwürdigen Standards. Dann sollte man überregionalen Schulen den Vorrang vor lokalen Lehrern einräumen.

Vom Dt. Taichi-Bund DTB zertifizierte Ausbildungen gibt es in ganz Deutschland, aber im Seminarzentrum in der Nordheide  (Nähe Hannover) kann man sich von Dr. Langhoff persönlich ausbilden lassen. Er verfügt über eine 50-jährige Erfahrung mit östlichen Übesystemen. Vielen gilt er als Motor einer Entwicklung hin zu mehr Faktencheck und Ideologie-Freiheit. Teilnehmende kommen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Die Region Hannover hat sich im Laufe von 20 Jahren zu einem Mittelpunkt ohnegleichen entwickelt.

0.1. Potenziale nutzen

Für mich persönlich hat das Push Hands einen hohen Stellenwert und bedeutet mir weit mehr als nur eine Partnerübung des Taijiquan. Jeder kann das auch für sich erfahren, wenn er bereit ist, größere Zusammenhänge zu berücksichtigen. Jeder kann bei korrekter Unterweisung das Potenzial des "Händeschiebens" für sich nutzen und auch an andere weitergeben.

Für Westler eröffnet mein Ansatz einen Weg, tiefer in die Philosophie, Theorie und Praxis östlicher Kultur einzudringen. Jeder kann das Push-Hands-Potenzial für sich nutzen - vorausgesetzt, er hat die Methodik korrekt erlernt. Erfolgsfaktoren sind verantwortungsvolle, verständnisvolle Partner und ein erfahrener Ausbilder.

Auf die Frage "Was genau ist Tuishou (Push Hands) und wozu dient es?" gibt es divergierende Antworten - je nachdem, wen man fragt. Dazu kommt: Ein Großteil der in der Community angebotenen "Erklärungen" ist irreführend - und sagt mehr über das Wunschdenken des Urhebers aus als über die Sache selbst. Demgegenüber empfiehlt der DTB allen ernsthaft Interessierten , stets ohne Scheuklappen Begrifflichkeiten klar zu definieren.

"Push Hands" und "Tui Shou" sind gängige Bezeichnungen für Zweikampf-Übungen des chinesischen Wushu / Neijiaquan im Allgemeinen und des Tai Chi Chuan (Taijiquan) im Besonderen. Diese traditionelle Disziplin mit ihrer ausgeklügelten Methodik fasziniert weltweit viele Menschen und inspiriert sie dazu, sich genauer mit den Hintergründen dieser Bewegungskunst zu befassen.

Mit dem "Händeschieben" sind wir mittendrin im Herzen des Tai Chi - und auch des Qigong. Denn die Zwei-Personen-Drills sollen Innere Kraft entwickeln und gehören somit zum Qigong (übersetzt "Qi-Energie-Training". Die thematische Klammer bilden die Konzepte "Innere Kraft" und "Innere Kampfkunst".

Doch das moderne Push Hands hat mit den ursprünglichen Qi-Training für Wushu-Kampf-Anwendungen, bei denen es um Leben oder Tod ging, nicht mehr viel gemeinsam *. Und dennoch - oder gerade deswegen - sind die "Klebenden Hände" heutzutage so vielfältig nutzbar für diejenigen, die es verstehen, richtig damit umzugehen.

0.2. Seriöse Information und Beratung

Sie können sich bei zahlreichen Schulen zum Push-Hands-Lehrer ausbilden lassen - doch es gilt auch hier: Anbieter ist nicht gleich Anbieter - und es gibt keinen "TÜV". Zudem sind die Berufsbilder und Profile der Lehrenden alles andere als einheitlich. Das bedeutet: Bei der Wahl der passenden Schule kann der Nicht-Fachmann viele Fehler machen. Allzuviele Lehrer übernehmen die traditionell-historischen Anschauungen ungeprüft in ihren Unterricht, ohne sich der damit verbundenen Mängel und Defizite bewußt zu sein. Dies gilt sowohl für das Mutterland China als auch für den Westen.

Anders als viele andere Anbieter basiert mein Ansatz auf den westlichen Werten der Erwachsenenbildung und den Kriterien des Weiterbildung Hamburg ev. Dazu gehören weltanschauliche Neutralität, Transparenz und Verbraucherschutz.

Wer sich intensiv mit der Theorie und Praxis der Tuishou-Partnerübungen befassen möchte, sollte sich bei der Suche nach der passenden Schule sachkundigen Rat einholen. Denn bei der Internet-Suche stößt man vorrangig zunächst auf romantische Esoterik-Folklore. Daher mein genereller Rat: Man sollte dabei zunächst klären, ob man sein Vertrauen lieber Heilslehren oder Lobbyisten schenken möchte oder ob man ideologie-frei Lehrende bevorzugt, die weltanschaulich neutral, faktenbasiert und evidenzbasiert arbeiten.

Diese Positionsbestimmung im Vorwege kann zur entscheidenden Weichenstellung werden, denn die Tuishou-Zweikampf-Thematik ist ebenso schillernd wie vielschichtig. Sie steht ja in engem Wesenszusammenhang mit anderen verwandten Sparten wie Tai Chi Chuan (Taijiquan) und Qigong. Diese wiederum handeln von "Qi-Energie", "Innerer Kraft" und "Innerer Kampfkunst".

Dabei bleiben innere Weiterentwicklung und innere Unabhängigkeit vielfach auf der Strecke. Aber durch Aufklärung, Alternativen und Korrektive kann der weit verbreiteten Unsicherheit und Frustration am besten entgegengewirkt werden. Das Langhoff´sche Korrektiv dient als Motor für mehr Transparenz, Faktencheck und westliche Standards der Erwachsenenbildung.

 Ich grenze mich davon ab mittels meiner Methode des "Richtig Lernen und Lehrens".  Ich empfehle mein unromantisch-nüchternes Lehr-Modell als einen Königsweg, der ganz ohne jeden Okkultismus und ganz ohne Folklore-Ballast auskommt. Er ist für jeden geeignet und durch seine permanente Lernkontrolle hoch-effizient . In diesem Aufsatz möchte ich dies an einigen ausgewählten Punkten erläutern. Mein Bericht enthält eine Zusammenfassung weitverbreiteter Fehleinschätzungen und längst widerlegter Vorurteile zur "bekanntesten und wichtigsten Taijiquan-Partnerübung" .

0.3. Online-Einführung in das "Push-Hands-Syndrom"

Der Nimbus einer legendären geheimnisumwitterten Zweikampf-Methodik hat weite Teile der Szene ähnlich einem Virus infiziert. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung dominieren die Schlagworte von Folklore und Heilsversprechen. Entstanden ist so ein Krankheitsbild, das ich als "Push-Hands-Syndrom" bezeichne. Dabei wirken unterschiedliche Symptome komplex zusammen - ähnlich dem sprichwörtlichen "Gordischen Knoten".

Ich lehne das in der Szene weitverbreitete emotionale Klima von Infotainment, Magie, Ehrfurcht und Verheißung ab. Dort wird die Pushhands-Thematik klar dominiert von Anhängern der längst widerlegten "Wudang-Shaolin-Doktrin". Dazu gehören in erster Linie loyal ergebene Angehörige von Heilslehren und rührige und arrivierte Vertreter von Lobby-Organisationen.

Ich setze deren engen Sehweisen und "kalkulierter Ignoranz" mein Korrektiv des "Richtig Lernen und Lehrens" entgegen.

Der Push-Hands-Bereich kann dabei als Muster-Beispiel für die Sinnhaftigket und Notwendigkeit meiner Methodik dienen. Meine Beschreibung beruht auf ideologie-freier Sicht, denn ich bin keiner Taiji-Dynastie zu Loyalität und Gehorsam verpflichtet. Doku: Tai-Chi-Qigong-Verband Deutschland.



 

Sektion A:  Begrifflicher Rahmen

Sektion A behandelt den begrifflichen Rahmen mit den Punkten 1. Definitionen, 3. Meister-Titel und 3. Wettkampf-Regularien. Die Frage lautet "Was ist Tuishou (Push Hands) und wie werden die Übungen definiert bzw. interpretiert?"

Sektion A behandelt den begrifflichen Rahmen mit den Punkten 1. Definitionen, 3. Meister-Titel und 3. Wettkampf-Regularien. Die Frage lautet "Was ist Tuishou (Push Hands) und wie werden die Übungen definiert bzw. interpretiert?" Gängige Definitionen sind zusätzlich zu ihrer Ad-Hoc-Beliebigkeit noch inkonsistent bzw. unlogisch. Chinesische Meister interpretieren ihr Übungsgut traditionell gemäß der "political correctnessihrer Lineage". Demgegenüber sind moderne Turnier-Regeln zwar konkreter aber ausschließlich auf den Teil-Sparte "Wettkampf" orientiert.

Fazit und Appell:

Es gibt keine allgemein akzeptierte Festlegung, wie man "Tuishou / Pushhands" verstehen soll - und das hemmt naturgemäß auch den Austausch von Argumenten. Die "Quasi-religiösen" Worthülsen der "Spin-Doktoren" in der Szene begeistern jedoch nach wie vor viele, die nicht so kritisch sind wie ich. Ich fühle mich bisweilen an die „Babylonische Sprachverwirrung“ erinnert. Nur durch bessere Aufklärung könnten die hinter den vagen Termini stehenden kontroversen Auffassungen transparenter gemacht werden.

Übrigens gilt dieser Mangel auch für zentrale Nachbar-Disziplinen wie "Fajin", "Neijiaquan" und "SUNG-Entspannung", sodaß von dieser Seite keine Zusatz-Klärung erfolgen kann.

1.0. Tuishou / Push-Hands - Definitionen, Interpretationen und Verständnis

Typischerweise dienen Definitionen als Ausgangspunkt zum Verständnis eines Begriffs. Doch es gibt für die Tuishou-Systematik keine  bundesweit einheitlich geregelte Terminologie. Vielmehr erschweren unterschiedliche Definitionen und fehlende Systematik das Verständnis deses hoch-spannenden Themas.

Im Endeffekt ist nur eins unumstritten: Tuishou (chinesisch 推手, Pinyin tuīshǒu‚ Schiebende Hände‘), bezeichnet eine grundlegende Partnerübung. Der Terminus "Push-Hands" bedeutet dasselbe wie "Tuishou" - und diese englische Übersetzung des chinesischen Fachworts ist ein international gebräuchliches Synonym und hat sich auch im deutschen Sprachraum durchgesetzt. Klar ist auch die Spielregel - sie lautet: Es stehen sich zwei Partner gegenüber und berühren einander an Armen und Händen, während beide stetige Bewegungsschleifen ausführen, um den Antagonisten aus der Balance zu bringen.

 trainiert werden sollen u. a. Wahrnehmung, Reaktion, Flexibilität, Ganzkörper-Einsatz und ein fester Stand.

 

 1.1. Definition in Wikipedia

Viele schöpfen ihr "Tuishou-Fachwissen" offenbar aus den Denkschablonen und Klischees des Internets beispielsweise der Wikipedia-Definition, die bekanntlich jeder mitbestimmen kann, selbst wenn sein Blick durch keinerlei Sachkenntnis getrübt ist. Oft gilt auch hier der Spott: Die Statements enthalten viel neues und gutes - aber das gute ist nicht neu und das neue ist nicht gut!

Dieser bekanntesten und beliebtesten Internet-Enzyklopädie selbst scheint ihre "Beliebigkeit" und die daraus resultierenden Defizite an Fachwissen selbst peinlich zu sein, denn bei etlichen Einträgen dieser Art moniert sie das Fehlen von Nachweisen und weist auf eine mögliche Löschung hin. Doch man merkt schnell: Diese Art von "Wiki-Entrüstungskultur" ist nur ein hilfloses Feigenblatt - und so warten wir weiter auf die Löschung unbelegter und irreführender Glaubenssachen.

1.2. Definitionen in der Szene

In engem Zusammenhang mit obiger Wiki-Definition steht der allgegenwärtige "Wiki Mob-Rule-Spin". Leicht findet er den Weg in die Klischees der Echo-Kammern der Push-Hands-Community. Ihre Denkschablonen sind bestimmt durch die angemaßte Deutungshoheit "von interessierter Seite". Dazu zählen u. a. Taijiquan-Qigong-Zirkel der "Inneren Kampfkünste", die beschwingt durch ihre Esoterik-Folklore eine vermeintliche Sonderstellung und Einzigartigkeit von Tuishou, Taijiquan und Neijia für sich reklamieren . Ihre Klischees wurzeln, wenig überraschend, in der "Zhang-Sanfeng-Mythologie". Man kann sie zunächst folgendermaßen plakativ in Einzel-Sektionen  mit den gängigsten Charakteristiken untergliedern:

In engem Zusammenhang damit stehen auch die zahlreichen Irrlehren und Mißverständnisse in der Szene. Diese Problematik wird von meinen Kollegen allerdings nicht für wichtig gehalten. Sucht man etwa in Google danach, so werden Push-Hands-Seiten gelistet, in denen diese Thematik gar nicht vorkommt - mit dem bezeichnenden Hinweis "Es fehlt: irrtümer". Doch die rege Nachfrage bei kritischen Lehrern wie mir zeigt den weiterhin großen Bedarf (s. dazu auch den Bezug zu den "Taiji-Essentials" hier: Tai-Chi-Prinzipien / Tuishou / Push-Hands-Irrtümer). Update hier: Kampfkunst / Tuishou / Push-Hands-Irrtümer.

Die in der Szene vorherrschenden Neijiaquan-Erzählmuster kritisiere ich als phantasievolle Schönfärberei - sie sind weltfremd und naiv, denn sie verzichten auf Faktencheck und lassen jeglichen Realitätsbezug vermissen. Zudem sind sie rückwärtsgewandt, weil sie auf gestrigen und längst widerlegten Vorurteilen beruhen. Dazu gehören insbesondere folgende Behauptungen

  1. Tuishou entstammt dem Chen-Stil-Taijiquan, aus dem alle anderen Stile erst entstanden sind.
  2. Tuishou kommt nur in Stilen innerer Kampfkunst  vor - also als Nachkommen des ursprünglichen Stiles von Zhang Sanfeng (Taijiquan, Bagua Baguazhan sowie Xingyiquan). 
  3. Das "Pushen" gilt als Lackmus-Test für die Beherrschung "Innerer Qi-Kraft" des "Wudang-Taijiquan", die sie allen "externen Shaolin-Kampfstilen" überlegen macht, denn diese nutzen nur rohe, ungeschulte Muskelkraft einzelner Körperteile.

Ich habe bereits an anderen Stellen detailliert aufgezeigt, daß solche oberflächlich-romantischen Statements ungesichert und in großen Teilen falsch sind. Ihr Ziel fundierter Aufklärung verfehlen sie somit bei weitem. Mehr noch: Sie bilden eine Sackgasse, die den Blick auf die wahre Tiefe und die "Essentials" solcher Partnerübungen verstellt - jedenfalls vom Blickwinkel traditioneller Wushu-Philosophie des Siegens.

1.3. Eigene Definition von "Tuishou / Push-Hands" - Thesen

Doch wie lautet nun die sinnvollste Definition mit dem besten Erklärungswert? Ich werde künftig an dieser Stelle Erweiterungen meiner Thesen publizieren.

1.3.1.

Meine persönliches Verständnis kommt ganz ohne die esoterische "Qi-Konzeption" und die Beliebigkeit der Szene aus.

Es soll der von außen einwirkenden Kraft niemals instinktiv Gegenkraft entgegengesetzt werden, sondern "SUNG-Entspannung". Diese Körper-Geist-Einheit entwickelt einen elastisch-resilienten Muskel-Tonus und ein ruhiges, auf die Gegenwart gerichtetes Bewusstsein ähnlich einem klaren Spiegel.

Das Training der Bewegungsschleifen mit ihrem wechselseitiges Reagieren basiert auf Spüren, Haften und Folgen und fördert die Eigenwahrnehmung. Entwickelt wird auch eine erhöhte Empfindsamkeit für die Situation und man lernt, sein Gegenüber richtig einzuschätzen.

Dies betrifft ein breitgefächertes Spektrum von Bereichen des privaten und beruflichen Alltags. Es geht im Endeffekt um den Einsatz von Strategien bei Konflikten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entwicklung "Innerer Kraft" und das "Resilienz-Prinzip", das es erleichtert, aus Krisen gestärkt hervorzugehen.

1.3.2. Traditionell vs Modern - Differenzierung sinnvoll?

Die Routinen dienten historisch gesehen zum Testen der persönlichen "Inneren Kraft (Qi-Kraft)". Somit waren die Drills von anfang an eine effektive und ausgeklügelte Lernkontrolle und bildeten die methodisch-inhaltliche Klammer für die beiden Disziplinen "Tai Chi Chuan (Taijiquan)" und "Qigong".

Ich unterscheide zwischen traditionellem Tuishou und modernem Tuishou. Eine Definition oder eine Beschreibung des ersteren macht im Grunde wenig Sinn, weil es sich um in "Inneren Zirkeln" tradiertes Geheimwissen handelte, das heutzutage keine Rolle mehr spielt. Vergleicht man das moderne Tuishou mit dem traditionellen, so muß man genau unterscheiden zwischen den Theorie-Kriterien und den Praxis-Kriterien. Mit Theorie meine ich die Überlieferungen der "Tai-Chi-Klassiker" inclusive der innerhalb der Yang-Familie und der Wu-Familie weitergegebenen Manuskripte. Diese haben natürlich heute wie früher ihre Gültigkeit. Doch die Praxis des modernen Tuishou verstößt eklatant dagegen. Ich habe dieses "Tuishou-Syndrom" oder "Puh-Hands-Syndrom" an anderer Stelle detailliert beschrieben.

1.3.3. Tuishou vs Push Hands - Differenzierung sinnvoll?

Ich behandle "Tuishou" und "Push Hands" wie allgemein üblich als Synonyme, d. h. "Tuishou" bedeutet dasselbe wie "Push-Hands".

Aber ich unterstütze auch die Bestrebungen des bereits erwähnten Arbeitskreises, "Tuishou" und "Push Hands" nicht länger als Synonyme aufzufassen, sondern sie unterschiedlich zu definieren. Dies halte ich für eine interessante Differenzierung. Die innovative These: Mit "Tuishou" sollte man lediglich die Partner-Routinen chinesischer Kampfkünste bezeichnen - de facto also das Tuishou des Taijquan und dabei insbesondere die Stile des Yang-Taijiquan, Wu-Taijiquan und eingeschränkt das Chen-Taijiquan. Mit dem Terminus "Push Hands" werden hingegen Partner-Techniken anderer Kampfkunst-Stilrichtungen bezeichnet - also z. B. das "Kakie" des Okinawa-Karate oder spezielle Partner-Techniken des Aikido, Judo, Jujutsu. Es gibt, wie Forschungen belegen Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten.


2.0. Graduierungen:  Push-Hands-Meister (Push-Hands-Master)

Neben Definitionen müßten einschlägig ausgewiesene Fachleute mit ihrer Expertise den besten Zugang zu einem vertiefenden Verständnis liefern können. Dies eröffnet zudem spannende Fragen wie "Was ist ein Push-Hands-Meister und wie ist seine Mandatierung?"

Im östlichen Kulturkreis gibt es eine Fülle von Bezeichnungen, mit denen Schüler ihre Lehrer anreden. Bekannt sind "Guru" (indisch), "Sensei" (japanisch), "Shifu" und  "Laoshe" für das chinesische Wushu bzw. Kungfu. Dies gilt damit auch für  "Tuishou-Meister" bzw. "Push-Hands-Meister" und international "Push-Hands-Master".

2.1. Meine persönliche Einstellung

Taiji-Meister, Qigong-Meister: Dr. Langhoff über Graduierungen im chinesischem Wushu / KungfuIch werde häufig um Rat gebeten zum Thema "Meisterschaft und Expertise" und das hat seine Ursache zum einen darin, daß ich über meine persönlichen Kontakte zu chinesischen Großmeistern ja recht offen und freimütig berichte und zum anderen in meiner wisssenschaftlichen Prägung, die dem üblichen "Esoterik-Folklore-Katechismus" ein Korrektiv entgegensetzt. Für viele Fragende ist meine Methodik offenbar seriöser als die peinlichen "Hofberichtserstattungen" und die kaum verhüllte Kommerzialisierung in der Szene. Ich habe dies hier an praktischen Beispielen detailliert erklärt Push-Hands-Meister in Deutschland.

Ich wurde u. a. von den chinesischen Push-Hands-Meistern Fu Zhongwen, Fu Shengyuan, Yang Zhenduo und Zhang Youquan persönlich unterrichtet. Diese Lehrmeister sind weltweit bekannt und als Autoritäten einschlägig ausgewiesen.

Allerdings erlangten diese Koryphäen ihre internationale Mandatierung als "Push-Hands-Master" aus traditionellen chinesischen Anschauungen heraus, deren Kriterien ich bekanntlich sehr kritisch gegenüberstehe. Eine "Kader-Schmiede" mit Guru-Nimbus und "Übervater-Narrative" sind meine Sache nicht. Zudem gilt: "Push-Hands-Meister" ist keine klar definierte verbindliche Auszeichnung. Quelle: Meister werden: Tai Chi Qigong Tuishou / Push Hands. Grund genug also, sich einmal im Detail damit zu beschäftigen (s. auch den Aufsatz Push-Hands-Meister).

Nicht Kapazitäten sondern Protagonisten von Selbst-Inszenierung, Hypes und Handelsware haben vielfach das Ruder übernommen - bezogen auf letzteres könnte man bereits von einer "Taiji-Qigong-Amazonisierung" sprechen. Ihre Devise: "Der Wurm soll dem Fisch schmecken - und nicht dem Angler"!

Meine persönliche unromantische Beurteilung der Verehrung von Meister-Titeln möge indes niemanden entmutigen, denn östliche Wege zu beschreiten und Rat von Fachgrößen einzuholen, halte ich ja grundsätzlich für eine sehr empfehlenswerte Einstellung, aber man sollte die Dinge sehen, wie sie nun einmal sind und nicht angestrengt beiseite schauen.

2.2. Chinesische Meister und ihre Organisationen

Ich werde oft zu chinesischen Meister-Graduierungen befragt - es gibt ja neben der üblichen Auszeichnung "Meister" bekanntlich noch Bezeichnungen wie "Großmeister" und "Altmeister". Oft hört man auch den Titel "Lehrmeister". Sie alle bedeuten "Meisterschaft" - in unserem Spezialfall im Wushu bzw. Kungfu. Und es gibt auf dem steilen und steinigen Weg zur Meister-Stufe die Vorstufe "Lehrer".

Chinesische Eliten, Kader und Vereinigungen und ihre Meister haben alle ihre eigenen Prozeduren und Kriterien für Meisterschaft und Linienhalterschaft. Das gilt auch für Tai Chi und Qigong (s. dazu meinen Bericht über die  "Chinese Wushu Association"). Allen voran natürlich die jeweiligen Familien-Dynastien und ihre Kader-Schmieden. Traditionell erlangte man ja quasi durch Geburt Teilhabe an einer Meister-Dynastie - und ist dann international ein "Taiji-Master". Eine übergreifende Transparenz geschweige denn eine Einheitlichkeit ist für mich nicht erkennbar. Dabei wäre eine Verifikation und Mandatierung jenseits von Machtgefügen hinter geschlossenen Türen doch durchaus etwas Vorteilhaftes.

2.3. Chinesische Meister propagieren ihre esoterische Weltanschauung

Push-Hands-Meister Yang Jun auf Esoguru.comEsoterik-Heilslehren haben Hochkonjunktur und bestimmen zunehmend die Trends. Auch im Tuishou gehört der "Eso-Spin" aus historischen und weltanschaulichen Gründen zu den "Push-Hands-Essentials". Besonders in der heutigen Zeit kommt bei vielen Organisationen noch die "political Correctness" hinzu, derzufolge "Wudang-Stile" mit Weichheit den "Shaolin-Stilen" überlegen sind. Beim Großmeister Yang Jun spiegelt sich dies sogar in Prüfungsfragen der von ihm als Präsident geleiteten "International Yang Family Tai Chi Chuan Association (!).

2.4. Qi-Demonstrationen von Meistern

Mein Eindruck: Laien lassen sich leicht vereinnahmen durch spektakuläre "Tuishou-Shows", Tricks und Kulissen-Schieberei angeblicher Push-Hands-Meisterschaften. Ich persönlich empfinde solche "Qi-Tests" eher als peinlich. Denn eines sollte jedem klar sein: Die Faszination beruht nicht auf Magie und ist auch keine rätselhafte Super-Kraft. Nicht einmal der esoterische Qi-Begriff des Wushu ist für Erklärungen notwendig. Eine wichtige Rolle in Theorie und Praxis spielen z. B. die Faszien, die Körperstruktur, die Eigenwahrnehmung und die Atmung. Dreh- und Angelpunkt ist die optimierte Körper-Geist-Einheit, wie sie z. B. Altmeister Yang Chengfu in seinem sechsten Taiji-Prinzip - allerdings auf seine Art - erklärte.


3.0. Wettkämpfe / Turniere und ihre Reglements

Hilfreich für eine Definition ist auch ein Blick auf den Turnier-Bereich. Im sportlichen Wettbewerb im Allgemeinen und im Kampfsport im besonderen erfolgt die Gestaltung des Reglements nach bestimmten Ordnungsprinzipien, die hier allerdings nicht thematisiert werden sollen. Doch ihr Regelwerk bestimmt naturgemäß auch die Eliten-Bildung und deren Erfolgsstrategien.

Die an Wettbewerben Teilnehmenden bezeichnen sich typischerweise als "Wettkämpfer", "Sportler" oder "Spieler". Sie messen sich im Wettkampf und ihre Kader unterliegen einem komplizierten und oft nicht sachkundig ausgearbeitetem Regelwerk. Auch unterscheiden sich die Regularien  und ihre Systematik weltweit erheblich.

Die "International Competition-Rules" betreffen den Rahmen von Turnieren und legen die wichtigsten Punkte fest. Sie umfassen weit mehr als das gegenseitige Bestreben, den Antagonisten innerhalb des Ringes zu Boden zu bringen oder ihn aus dem Ring zu werfen bzw. zu schieben.

Es liegt in der Natur der Sache, daß Wettkampf-Regeln ein steter Punkt des Anstoßes sind und zu erhitzten Debatten führen können. Denn letztlich entscheidet oft das Regelwerk über Sieg oder Niederlage.

Hier wichtige Punkte, die die Systematik der Regularien betreffen: Kampfrichter-Etiquette, Kader.Größe, Kampfzeit, Bekleidung, verbotene Techniken, Auswahl-Kriterien der Kämpfer (Poolverfahren, Gewichtsklassen, Geschlecht, Bewegter Stand, fixer Stand etc) und natürlich Regularien für die Punktvergabe inclusive Strafpunkte. Teilnehmende tun also gut daran, sich mit dem "Geist der Regeln" und nicht nur mit ihrem Wortlaut zu befassen.

3.1. Schiedsrichter und teilnehmende Kämpfer

Wie zahlreiche Beispiele zeigen - auch solche, die durch Videos dokumentiert sind - sind zudem die Schiedsrichter oft unqualifiziert und unerfahren in ihrem Metier (!). Daß dies bei den Teilnehmenden und Zuschauern nicht gerade vertrauensbildend wirkt, liegt auf der Hand und ist einer der Hauptgründe für mangelnde Akzeptanz solcher Events.

Aber auch die Kompetenz der teilnehmenden Kämpfer läßt oft viel zu wünschen übrig - und der "Sachverstand" liegt auch hier "im Auge des Betrachters". Wer schon einmal Taiji-Push-Hands-Wettbewerbe gesehen hat oder Video-Mitschnitte, kennt das häufige Phänomen, daß Kraft gegen Kraft gesetzt wird - ohne jede Berücksichtigung der klassischen Vorgaben. Auch der technische Hintergrund der Teilnehmenden ist durchaus nicht immer Taijiquan sondern zunehmend auch Aikido, Judo, Jujutsu, Mixed-Martial-Arts, Wrestling und dergleichen mehr.

3.2. Push-Hands-Patterns" und ihre internationale Systematik

Die Tuishou-Systematik gliedert sich in drei festgelegte Haupt-Sparten, die wiederum ihre eigenen Reglements haben. Typischerweise unterschedet man "Fixed Step", "Moving Step" und "Free (Moving) Step". Es gibt natürlich in jedem Faall einhändiges Tui Shou und zweihändiges Tui Shou (s. auch die Doku "Mastering Traditional Push Hands Patterns").

3.2.1. "Fixed-Step-Competition"

"Fixed step" (chinesisch: Ding Bu  定步; pinyin: ding bù) ist das Basis-Muster des Zweikampfs und wird ohne Schritt praktiziert. Jeder will den Anderen aus seinem Gleichgewicht zu bringen und ihn dadurch zu einem Schritt zu veranlassen, ohne selbst einen Schritt auszuführen.

3.2.2. "Moving-Step-Competition"

Moving Step (chinesisch: Huo Bu 活步; pinyin: huo bù) ist dagegen viel dynamischer, denn es wird mit Schritten nach vorgegebenem Muster praktiziert. Es gibt unterschiedliche Richtungen, und unterschiedliche Höhen der Körperhaltung (niedrig, mittel, hoch) und natürlich Kombinationen.

3.2.3. "Free (Moving) Step Competition / Freestyle"

Das freie Pushhands findet ohne vorgegebene Bewegungsmuster statt und umfaßt zahlreiche Freestyle-Varianten. Dazu gehören Strategien zum Überbrücken von Distanzen zum Gegner und ein großes Repertoire an Techniken mt kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Es gibt kontroverse Auffassungen zur Abgrenzung von "Free Step" zum "free fighting" (s. "san shou (freie Hände)". "Freies Tuishou" bzw. "Freies Push Hands" sollte man allerdings nicht mit "Freikampf" verwechseln - auch wenn diese Fehleinschätzung in der Push-Hands-Community häufig anzutreffen ist.

3.3. Neue Tai Chi Push Hands Wettkampfregeln aus China

Die zuständigen chinesischen Stellen haben erstmals 2015 einen neuen Tuishou-Regel-Entwurf veröffentlicht. Das Organisationskomitee hatte zuvor drei Jahre lang zahlreiche Tai-Chi-Meister aus verschiedenen Kader-Schmieden und Stilrichtungen nach ihrer Systematik befragt, um herauszufinden, ob sich das Reglement für bessere Tai-Chi-Wettbewerbe eignen würde.  

Dieses Unterfangen war in der Tat längst überfällig:

Das Vorhaben stammt von der höchsten nationalen Wushu-Kontrollbehörde. Sie legt zukünftige Standards für nationale, internationale und potenzielle olympische Ereignisse in China fest.

Die Haupt-Punkte der neuen Regeln sind folgende:

Hier liste ich einige der wichtigsten Punkte der neuen Regeln auf:

1. Es handelt sich um einen "Fixed Step" -Wettbewerb, nicht um einen "Moving Step" -Wettbewerb (oder einen "Free Step" -Wettbewerb).

2. Sie werden anhand Ihrer Qualität als Doppel-Hand-Tuishou-Drill beurteilt.

3. Der erste Angriff / die erste Verteidigung muss durch einen Doppel-Hand-Tuishou-Drill erfolgen.

4. Bestimmt als erster Angreifer / Verteidiger, um gleichzeitige Angriffe zu vermeiden, die zum Einsatz von Kraft gegen Kraft führen.  

3.4. Wettkampf-Regelwerk - Neue chinesische Regeln **

Details folgen


 

 



 

Sektion B: Inhaltlicher Rahmen

Sektion B: Inhaltlicher Rahmen: Themenfelder / Hauptbereiche, Kontextuelle Felder

Die folgenden Punkte 4 und 5 behandeln Essentials / Haupt-Bereiche, Kontextuelle Felder. In Punkt 6 geht es um den "Push-Hands-Kernbereich" die "Innere Kampfkunst" und die "Innere Kraft".

4. Push-Hands-Essentials - Grundlagen und Hauptpunkte

Grundsätzlich erwächst das nötige vertiefte Verständnis übe Push Hands durch die Beschäftigung mit dem, was man Neudeutsch "Essentials" nennt. Diese Hauptpunkte umfassen in unserer Sparte ein umfangreiches Repertoire von Unterthemen, die komplex zusammenwirken

Folgende Punkte scheinen mir dabei essentiell zu sein, weil sie die Grundlagen betreffen und einen klar bestimmbaren Ausgangspunkt bilden, von dem sich ernsthaft Interessierte weiter vorarbeiten können, um den Gesamt-Bereich besser zu erkunden.

4.1. Die Rolle des Partners

In östlichen Übesystemen haben wir häufig eine Yin-Yang-beziehung von Solo-Form und Partnerübungen. Dann  stellt sich unweigerlich die Gretchenfrage nach der gegenseitigen Abhhängigkeit und dem Zusammenwirken dieser Teil-Sparten. Die Taiji-Lehrer-Community ist grob gesagt gespalten in zwei Lager: Die einen verzichten ganz auf das Unterrichten der Zweikampf-Techniken während die anderen die Routinen in ihr Curriculum einbeziehen - entweder erst später nach dem Form-Unterricht oder parallel dazu. Obwohl das erstere Lager seine guten Gründe hat, so gilt dennoch: Push-Hands-Unterricht ist extrem hilfreich für das tiefere Verständnis östlicher Künste - vorausgesetzt, es wird korrekt gelehrt und erlernt.

4.1.1. Partnerübungen als Gegenpol zur Tai-Chi-Solo-Form

Der Begriff "Tuishou" bezeichnet Partner-Übungen - im engen Sinne die des Taijiquan und im weiteren Sinne die aller inneren Wushu-Stilarten. Das Gegenteil dieser Definition bilden somit die Sofo-Formen und dies dient uns als erste Abgrenzung zu dem, was Tuishou micht ist.

Während die Taiji-Solo-Form geeignet ist, "sich selbst zu kennen" dienen Tuishou-Partnerübungen vorrangig dazu, das Gelernte umzusetzen und "den anderen zu kennen" - und zwar ohne sich dem Anderen zu erkennen zu geben. Strategie und Taktik werden an die jeweilige konkrete Situation angepasst, denn Ziel ist "Wu-Wei", die Präsenz in der Gegenwart und die "mentale Kontinuität", ohne den Partner-Kontakt zu verlieren. Eminent wichtig ist der strukturiert-aufbauende Plan, damit keine Zwischenschritte ausgelassen werden. Denn sonst kann das hoch gesteckte Ziel, mit Weichheit die Stärke zu überwinden, nicht erreicht werden.

4.1.2. Das Gegenüber als Angreifer und Verteidiger

Der logische Kern der Tuishou-Routinen ist das Charakteristikum des "Gegenübers", dessen Rolle oder Funktion man als (Test-)Partner, Kontrahent oder Gegner interpretieren kann. Dabei stellen sich beide Partner dem Problem und wollen es jeweils "auf ihre Art" lösen. Ziel ist, den Anderen in eine für ihn ungünstige Situation zu bringen - oder anders herum, eine eigene Position in eine vorteilhaftere zu verwandeln.

Der anspruchsvollen Partnerrolle gerecht zu werden ist nicht einfach. Viele scheitern daran, ein "Hilfsmittel für den anderen" zu sein und bloßes "Folgen" und "Kleben" zu üben. Auch beim Tuishou gilt selbstredend das "Yin-Yang-Prinzip" und seine ganzheitliche Philosophie. Die Rollen des Agierenden und des Reagierenden wechseln zwar, aber sie sind klar unterschieden - sowohl in der Körperarbeit als auch in der geistigen Haltung. Diese Struktur gilt es, stetig zu verfeinern und zu vervollkommnen. Es geht sozusagen, um die "höchste Einheit" gemäß der Taiji-Monade - der Partner wird nicht als Gegner gesehen sondern als notwendiger Gegenpart.

4.2. Die Taijiquan-Prinzipien

Die Historie prägt bis heute das Verständnis der Essentials. Diese traditionellen Wushu-Leitlinien sind überliefert in den Tai-Chi-Prinzipien.

und darauf kommen wir noch gesondert zurück im folgenden Punkt 6, bei dem es um die "Innere Kampfkunst" geht.

Yang Chengfus Kommentare und Yang-Family Forty Chapters und Wu-Familientradition Salt-Shop-Manuals

4.3. Yin-Yang-Philosophie des "Händeschiebens"  

Yin-Yang-Philosophie g im Tuishou und Fajin - Dr. Langhoff erklärtAuch die Tuishou-Routinen werden selbstredend geformt durch das "Yin-Yang-Prinzip" mit seiner ganzheitlichen Philosophie des stetigen Wandels. Doch viele scheitern genau an diesem Punkt. Gemäß der übergreifenden Taiji-Einheit lassen sich beide Partner mit einem vierfüßigen Tier vergleichen. Bei vielen komplexen drei-dimensionalen Bewegungsschleifen führen beide unterschiedliche - also nicht-gespiegelte - Bewegungsmuster aus, die sich komplementär ergänzen wie die Taiji-Monade. Gemäß deren "Augen" gebiert das eine das andere in einem beständigen Wandel. Dabei bedingt die Sinus-Kurve ein stetig-dynamisches Anschmiegen und Anpassen mit höchster Präzision und Flexibilität.

4.4. Die acht Tuishou-Techniken


Die Bewegungsschleifen umfassen acht Handtechniken mit unterschiedlicher Charakteristik. Die ersten vier sind: Peng, Lu, Ji, An - Schwerpunkt ist "Vogel am Schwanz packen". Die zweiten vier sind: Tsai, Lieh, Zhou, Kao - Schwerpunkt ist "Das Große Ziehen (Dalü)".

4.5. Dalü - Das "Große Ziehen"

Dalü - das große Ziehen - Push-Hands kostenlos lernen mit DownloadsEine spezielle Tuishou-Technik ist das "Dalü (Grosses Ziehen). Seine Attraktivität verdanken die Dalü-Routinen der Dynamik ihrer ausgeklügelten "Internals", die eine unvorteilhafte (Kampf-) Situation in eine dominierende wandeln - ganz so wie es die Wushu-Prämisse vorgibt. Dalü-Techniken gehörten bereits zum Curriculum von Yang Chengfu. Bekannt wurden sie u. a. durch Videos mit Fu Zhongwen und die Fotos von Yearning K. Chen. Beide Meister haben direkt von Altmeister Yang Chengfu gelernt. Dem Dalü vergleichbare Übungen gibt es nicht nur (wie oft behauptet) im Taijiquan sondern in zahlreichen anderen Systemen - beispielsweise im japanischen Jujutsu. Deren Prinzipien sind nach meiner Meinung klarer überliefert und besser erhalten als in China. Ich habe dazu eine Studygroup gegründet, die Übungsanleitungen sammelt, auswertet und vergleicht in Puncto Historie, Effizienz und zugrundeliegend Prinzipien. Die oberflächliche Technik sollte man davon klar abgrenzen und getrennt untersuchen. Bildquelle: Dalü / Tuishou

 

 

5.0. Nachbar-Disziplinen, Kontextuelle Felder, Kontext-Themen:

Damit rücken auch Kontext-Sparten ins Blickfeld wie Fajin-Entladung, SUNG-Entspannung, Seideziehen (Chansigong), Faszien-Verkettung und Resilienz-Training.

5.3. SUNG-Entspannung als "Supra-Leiter"

Eingangs sagten wir: Das chinesische Tuishou gehört nicht ausschließlich zum Taijiquan sondern auch zum Qigong, denn es geht dabei ja immer um "Jin" und "Fajin" also den Einsatz Innerer "Qi-Energie". Die Entwicklung dieser Inneren Kraft kann durch zwei unterschiedliche, sich ergänzende Methoden trainiert werden - das Tuishou mit Partner und die Solo-Form ohne Partner.

Die signifikante Gemeinsamkeit ist die möglichst vollständige geistig-körperliche Entspannung (chinesisch SUNG). Wichtig zu wissen: "Sung" ist lediglich die Methode und nicht das Ziel. Die inhaltlliche Klammer: Bei beiden Wegen gelten die Tai-Chi-Prinzipien. Sie stammen aus den "Saltshop-Manuals" und wurden seinerzeit von den Taiji-Meistern Wu Yuxiang und Yang Luchan weiterentwickelt zur Umsetzung im Training und in der Selbstverteidigung.

Ich veranschauliche die Ganzkörper-Verkettung der  "Sung-Entspannung" gern mit der Metapher eines "Supra-Leiters", in dem ein ungehinderter Fluß ohne Reibungsverluste besteht. Zum einen ermöglicht der entspannt-gesunde Muskel-Tonus beim Fajin eine vollständige Energie-Durchleitung ohne Einbußen und zum andern ermöglicht er beim Tuishou ein höchst empfindsames "Hören" der Partner-Strategien und seines Kraftflusses. Darüberhinaus umfaßt richtig verstandene "Sung-Entspannung" auch immer geistige Aspekte inclusive Voreinstellungen, ungehinderte offene Geisteshaltung und "Bereitsein im Sinne von Wu-Wei". Quelle: Sung-Entspannung für Innere Kraft..

5.3. Chansigong (Seide-Ziehen)

Die Effektivität des traditionellen Tuishou beruhte zu einem großen Teil auf den Spiralbewegungen des "Chansigong (Seide-Ziehen)". Mit diesen auch "Seidenweber-Übungen" genannte Techniken werden rotierende Kräfte oder Spiralen aus dem Becken bezeichnet sowie die Kraftlinien, die beim Ausführen den ganzen Körper betreffen. Auch im Wu-Stil und im Chen-Stil des Taijiquan spielen die Chansigong-Spiralen eine zentrale Rolle.

5.4. Zhan Zhuang (Pfahlstehen)

Das "Zhan Zhuang (Pfahlstehen)" galt traditionell als Tuishou-Vorübung. Dabei bestehen historisch sowie technisch enge Bezüge zur Stehmeditation. Vielen Push-Hands-Übenden geht es vorrangig um Körperstruktur, z. B. im Sinne von Physiotherapie. Daher wird die Stehende Säule auch von vielen Physiotherapeuten empfohlen, z. B. bei Asymmetrien und Skoliose (s. Tai Chi Physiotherapeuten). Eine gut passende Vorübung für die Schiebenden Hände ist die Stehende Säule aber nur, wenn sie korrekt erlernt und regelmäßig praktiziert wird.

5.5. Fajin

In der "Taiji-Qigong-Community" Deutschlands fehlt durchweg die nötige Balance von Forschung und Lehre. So werden im Tuishou-Unterricht die z. T. bahnbrechenden Ergebnisse der neuen Faszien-Forschung durchweg nicht eingearbeitet. Unter dieser zögerlichen, abwehrenden Einstellung leiden natürlich auch Tuishou-Lehrer-Ausbildungen. Es ist leider keine nachhaltige Abkehr von überkommenen und längst widerlegten "Qi-Irrtümer" zu beobachten. Diesen unhaltbaren Zustand gilt es zu bekämpfen - mein "Faszien-Qigong-Programm" eignet sich dafür optimal (Quelle: Push Hands (Tuishou) Treffen, Training, Ausbildung.

5.5.1. "Fajin" - Die "Hart-Weich-Einheit"

Die beiden grundlegenden chinesischen Fachtermini "Fajin" und "Tuishou" gehören gleichermaßen zum Markenkern des Taijquan und Qigong. Thematisch übergreifend verbunden sind alle vier Bereiche durch die Idee von "Lebenskraft / Innerer Kraft" (s. Lebenskraft und Qigong). Korrektes und regelmäßiges Training fördert "soft skills", die im beruflichen wie im privaten Alltagsleben von großem Vorteil sein können.

Yin-Yang-Philosophie im Tuishou und Fajin - Dr. Langhoff erklärtZweifacher Einsatz von Faszien-Qigong: Ein wichtiges Bindeglied - und das im Wortsinne - sind die Faszien. Ihre Doppel-Rolle ist ein exzellentes Beispiel für eine gelungene Yin-Yang-Ganzheit. Es geht um eine hochinteressante "Hart-Weich-Einheit: Gut trainiertes Bindegewebe ermöglicht es, bei Bedarf ganze myo-fasziale Verkettungen komplett abzuschalten, um dem Partner das Erspüren des Zentrum zu erschweren. Und gut trainiertes Bindegewebe ermöglicht andererseits eine blitzartige Ganzkörper-Vernetzung und die Fajin-Freisetzung vollständig ohne jede Reserve. Dieser optimierte Einsatz erfolgt blitzartig und sozusagen ohne Vorwarnung. Das Abrufen von Explosivkraft exakt zu dem Zeitpunkt, in dem sich der Partner in einer ungünstigen Situation befindet, ist der Schlüssel zum Erfolg - nicht nur im Kampf oder sportlichem Wettkampf sondern auch im täglichen Leben. Dieser "Alltagstransfer" östlicher Übesysteme war für mich über 50 Jahre durchweg tägliche Motivation.

5.5.2. "Fajin" und "Tuishou" - die neue gemeinsame Sparte im DTB-Dachverband

Die neue Sparte im DTB-Dachverband heißt "Fajin und Tuishou". Das Besondere dieser neuen Abteilung, die aus zwei Arbeitskreisen hervorging, ist die übergeordnete Sehweise zu zwei zentralen Fachthemen chinesischer Kampfkünste wie Taijquan. Durch die innovative Zusammenlegung können Gemeinsamkeiten und Unterschiede besser erkannt und genutzt werden. Durch diese Art "Synopsis" ergeben sich häufig neue Zusammenhänge ein. Ein zentrales Thema ist "Resilienz". Weiterlesen: Fajin und Tuishou. Mehr zum stilarten-übergreifenden DTB-Rahmenplan "Resilienz-Tuishou" über das "moderne Pushhands hier: Ausbildung Hannover: Blockmodule PLZ 2, 3, 4 Bildungsurlaub.

5.6. Faszien-Qigong und das "Tensegrity-Modell"

Tuishou, Nairiki Naihanchi-Kata Wado-RyuBeim richtig geübten Pushhands wird gespeicherte Energie freigesetzt. Neuere Forschungen belegen die wichtige Rolle des Bindegewebes bei solchen Partner-Übungen wie Fajin oder Tuishou. Gut trainierte Faszien-Formationen und Verkettungen sind in der Lage, Energie zu speichern und wieder freizugeben! Und mehr noch: Forschungen belegen: Faszien vernetzen den gesamten Körper, fördern durch ihre hohe Zahl an Rezeptoren die Propriozeption (Eigenwahrnehmung). Veranschaulicht wird dies am besten im sogenannten "Tensegrity-Modell" von Th. Myers. Es ist eine westliche Forschungsrichtung, die übrigens genau wie mein Ansatz, ganz ohne Qi-Begriff auskommt.  Im Zusammenspiel mit dem Skelett und der Muskulatur entsteht ein "Dreiklang" - eine einzigartige Elastizität, die in der Kampfkunst die Basis für gutes Kämpfen darstellt. Die Ergebnisse solcher Faszien-Forschung zeigen überzeugend auf, dass ein esoterisch-magischer Bezug auf "Qi-Konzepte" zur Erklärung unnötig ist. Der Dt. Taichi-Bund - Dachverband für Taiji und Qigong e. V. erstellt eine Serie von kostenlosen Multimedia-Stundenverlaufsplänen für Lehrer über die Zusammenhänge von Faszien, Qigong und Pushhands. Quelle: Lehr-DVD-Erstellung mit Qigong-Meisterin Chen Meixiang: Qigong-Ausbildung Hamburg.


 

6.0 "Innere Kampfkunst" und "Innere Kraft"

Dieser Punkt schließt an an die in Punkt 4 behandelten Essentials und den in Punkt 5 behandelten Nachbar-Felder. Ich möchte diese Thematik aufgrund ihrer herausragenden zentralen Stellung zum Gesamt-Verständnis hier in diesem Extra-Punkt behandeln. Er ist gut geeignet, die Diskussion "vom Kopf wieder auf die Füße" zu stellen.

Wir sagten eingangs: Mit dem Tuishou-Thema sind wir mittendrin im Herzen des Tai Chi Chuan - und auch des Qigong. Denn die Push-Hands-Routinen sollen die "Qi-Energie" entwickeln und gehören somit zum Qigong. Eine besondere Rolle spielen dabei die Begriffe "Innere Kampfkunst" und "Innere Kraft".

Für weite Teile der Taiji-Qigong-Szene besteht ein enger Zusammenhang zwischen den Solo-Formen, den Tuishou-Partnerübungen und dem, was sie "Innere Kampfkunst" und "Innere Kraft" nennen - dies zeigten bereits die in Sektion A behandelten Definitionen und die in den vorhergenehdnen Punkten 4 und 5 beschriebenen Unterthemen. Dieser Zusammenhang ist historisch natürlich klar ersichtlich aber er wird heutzutage allzuhäufig unangemessen interpretiert und viel zu oberflächlich behandelt. Vielen fehlt auch schlicht das nötige Hintergrundwissen.

Positiv gesehen gibt es allerdings einen kleinen Lichtblick: Zwar findet man auch heutzutage noch häufig die Doktrin "Tai Chi ist eine innere Kampfkunst " so relativieren heute selbst Volkshochschulen "Tai Chi ist eine sogenannte "innere Kampfkunst"" (Quelle VHS-Hannover). Will sagen, immer mehr Anbieter scheinen sich um Sachlichkeit zu bemühen, statt den Kopf in den Sand zu stecken und die Problematik zu tabuisieren. Ich deute dies als ein gutes Omen!

Ihren überlieferten Wert verdanken die Tuishou-Routinen der Dynamik ihrer ausgeklügelten "Martial-Arts-Internals", die eine unvorteilhafte Situation in eine dominierende wandeln - ganz so wie es die Wushu-Prämisse vorgibt. Doch das heute praktizierte Push-Hands hat mit den ursprünglichen, traditionell gelehrten Tuishou-Partner-Drills kaum noch etwas gemeinsam. Dennoch oder gerade deshalb lohnt es sich für jeden ernsthaft Praktizierenden, genauer hinzuschauen und dabei auch kritische Fragen zu stellen, die woanders aus falsch verstandener "political Correctness" unerwünscht sind.

Für mich persönlich sind innere Kampfkünste (von denen es ja viel mehr Stilarten gibt als nur das Taijiquan) der Königsweg dazu, die Dinge zu sehen, wie sie sind - ganz nüchtern jenseits allen Wunschdenkens, wie es ja in der Szene Gang und Gäbe ist. Grund genug, einen Blick hinter die romantischen Kungfu-Kulissen zu werfen und sich einmal detaillierter mit dem spannenden Bereich zu befassen, der als grundlegend für "Chinese Martial Arts Internals" gilt.

Einarb

IK Zirkelschluß einzigartig unbesiegbar

IK Fazit:

Überall befeuern ihre "Spin-Doktoren" romantisch-phantasievolle Wunschträume nach "Unbesiegbarkeit" und "Geheimnissen".

Die Esoterik-Fantasien der Szene bzgl. "Innerer Kraft" und "Innerer Kampfkunst" bedienen fragwürdige Denkschablonen jenseits aller Realität. Sie sind für mich ganz sicher keine Lösung sondern ein Teil des Problems.

Ihre Botschaft, welches sie monstranz-artig vor sich her tragen, lautet im Kern: "Tuishou bezeichnet eine grundlegende Partner­Übung im Taijiquan, wie sie in vergleichbarer Form auch in anderen Stilen der inneren Kampfkünste vorkommt". Dieses Credo ist alles andere als hilfreich, da es als Zirkelschluß absolut nichts erklärt! Somit ist diese Unlogik kein guter Ausgangspunkt für eine sachliche Debatte - und schlimmer noch: Es ist vielmer sympomatisch für all das, was Dr. Langhoff als"Push-Hands-Syndrom" bezeichnet und von dem er sich abgrenzt mit seinem Korrektiv des "Richtig Lernen und Lehrerns".

Wohl in keinem Bereich ist der "Guru-Nimbus" tiefer verwurzelt als in der Push-Hands-Sparte mit ihrer beanspruchten Deutungshoheit für "Innere Kampfkunst" und "Innere Qi-Kraft". Protagonisten von Heilslehren und Lobbyisten unterschiedlichster Couleur malen ihre geschönten Qi-Welten von vorgeblicher Unbesiegbarkeit und Einzigartigkeit mit aufgeblasenem Show-Spektakel, welches in seiner Künstlichkeit um so mehr beeindruckt je willfähriger die Partner der Meister mitspielen. Vielleicht sind ja deswegen unter den Tuishou-Lehrenden so viele aus dem Theater-Bereich und so wenige gute Kampfkünstler?

Dabei ist ein tiefsitzender Reflex erkennbar: Ihre eigenen Ressentiments erschweren ihnen die richtigen Entscheidungen und führen oft genug zu einem Stillstand in ihrem Umfeld. Ihre traditionelle Doktrin des "Primats der Inneren Kampfkunst Taijiquan" und der Nimbus von Unbesiegbarkeit bilden einen rückwärts-gewandten Duktus, der eigentlich niemand nützen kann - und das zeigt sich bereits an ganz grundsätzlichen Fragen (s. Push-Hands / Tuishou - Fragen und Antworten).

6.1. Historie

Die geschichtliche Entwicklung prägt bis heute das Verständnis der Essentials und das gilt besonders für  das Thema "Innere Kampfkunst". Doch ich betone, daß das heutige Tuishou von den brutalen Nahkampftechniken der Vergangenheit abgegrenzt werden sollte. Siehe dazu meinen englischsprachigen Artikel "Pushhing Hands - History and Technique".

Traditionelles Taijiquan gliedert sich in fünf Hauptstile und die Tuishou-Partner-Routinen sind sozusagen ihre "originäre DNA". Doch diese historisch-technisch motivierte Sehweise verliert heutzutage immer mehr an Relevanz. Zudem ist viel von dem ehemaligen Wissen bzgl. der "Internals" verlorengegangen oder wird nicht öffentlich unterrichtet.

Über die Tuishou-Historie ist bis heute nicht viel Gesichertes bekannt - klar ist indes, daß Partnerübungen den Kernbereich jeder ernsthaft betriebenen Kampfkunst bilden und daß es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Stufungen in Systematik und Methodik geben muß.

6.2. Push Hands nicht nur im Taijiquan sondern auch in anderen Kampfkünsten

Weit verbreitet ist auch ein weiteres falsches Dogma, welches behauptet, Tui Shou gäbe es in anderen Kampfkünsten nicht. Doch nichts könnte falscher sein: Solche Wushu-Techniken gibt es in allen Taijiquan-Stilen.

Auch mir ist erst später klar geworden, dass Kern-Bereiche sowohl der Theorie als auch der Praxis aus der engen "Tuishou-Perspektive" unerschlossen bleiben müssen, weil das ursprüngliche Experten -Wissen für viele nicht mehr verfügbar ist. Glücklicherweise ist der Zugang aber zumindest teilweise weiterhin möglich, sobald man aus den eng gesteckten Taijiquan-Rahmen heraustritt und die Überlieferungen anderer Kampfkunst-Systeme einbezieht.

Tuishou: Dr. Langhoff´s Essay On Pushing Hands 2019Dr. Langhoff: Dalu-Routine: Shindo Yoshin Ryu studiesDem Push-Hands vergleichbare Übungen gibt es nicht nur (wie oft behauptet) im den Taijiquan-Stilen sondern in zahlreichen anderen Kampfkunst-Systemen - beispielsweise im japanischen Jujutsu (der "alten Schule (Koryu)) und im Goju-Ryu-Karate (Kakie). Viele meiner Anschauungen wurden beeinflußt von Toby Threadgill, dem weltweit höchsten Repräsentanten des Takamura-ha Shindo Yoshin Ryu. Bereits in einem Essay aus dem Jahre 2000 schrieb ich: "Auch chinesische Taiji-Meister sind in der irrigen Annahme befangen (oder geben dies zumindest vor), Tuishou gäbe es nur im Tai Chi. Nichts könnte falscher sein: Eine große Zahl asiatischer Kampfkunst-Systeme und Kampfsport-Arten, die gar nichts mit dem chinesischen Schattenboxen zu tun haben, enthalten Partnerübungen, die auf den gleichen Prinzipien fußen. Wer darüber nicht bescheid weiß, ist m. E. kein kompetenter Lehrer. Schlimmer noch: Er kann entscheidende Tuishou-Irrtümer nicht erkennen, da es ihm an der notwendigen übergeordneten Perspektive mangelt."

6.3. Qi-Esoterik am Beispiel der Yang-Familie

In Deutschland ist Push Hands bekannt geworden durch Yang-Taijiquan-Meister wie Prof. Cheng Manching und Meister Chu Kinghung. Ihre "Qi-Esoterik" ist geprägt von der Sehweise der Yang-Familie seit Yang Luchan. Wir waren darauf schon in Punkt 2. (Push-Hands-Meister) eingegangen.

Push-Hands-Techniken bildeteten bereits die Grundlage des Trainings von Stil-Begründer Yang Luchan, seinen Söhnen Yang Banhou und Yang Chienhou. Auch dessen Söhne Yang Shaohou und Yang Chengfu waren für ihre Tuishou-Fähigkeiten berühmt. Und letzterer war es ja, der Tuishou in weiten Teilen Chinas verbreitete (s. Tuishou (Yang-Style-Pushhands). Bekannt wurde Tuishou später weltweit u. a. durch Videos mit Fu Zhongwen, Zheng Manqing (Cheng Manching) und die Übungsanleitungen von Yearning K. Chen (Chen Yenlin). Alle Meister waren direkte Yang-Chengfu-Schüler

Zu den Top-Protagonisten des Yang-Stils zählt kein geringerer als Altmeister Yang Chengfu persönlich, der befangen im damaligen Zeitgeist sein Taijiquan bekanntlich als "beste Kampfkunst" und als Weg zur Unbesiegbarkeit bewarb und als erfolgreiches Geschäftsmodell in weiten Teilen Chinas etablierte.

Es ist somit durchaus eine lohnende Aufgabe, zu erforschen, wie Altmeister Yang sein Push Hands definiert und seinen Schülern nahebrachte. Wenngleich Yang Chengfus Verständnis bis heute die Push-Hands-Community in weiten Teilen prägt, so wird die ehemalige Deutungshoheit und "political Correctness" doch zunehmend infrage gestellt. Wer nach Alternativen sucht, ist beim DTB-Dachverband an der richtigen Adresse.

Dreh- und Angelpunkt sind für ihn die innerhalb der Familie überlieferten Klassischen Schriften und die "Taijiquan-Essentials". Sie postulieren die Überlegenheit des "Wudang" über das "Shaolin" und basieren auf der "Zhang-Sanfeng-Mythologie". Demzufolge bringt der Einsatz der "weichen Qi-Energie" den Sieg über Stilisten "harter äußerer Kampfkünste".

Altmeister Yang Chengfu hat die Zweikampf-Drills aus der "Inneren Kampfkunst" seines Großvaters Yang Luchan überliefert bekommen. Damals war die Auseinandersetzung mit einem Kontrahenten der Lackmus-Test für die Wirksamkeit und die eigenen Fähigkeiten. Als er die traditionellen Tuishou-Routinen modernisierte und erleichterte, ging natürlich vieles für die Nachwelt verloren. Zudem haben Meisterschüler sie gemäß ihren eigenen Vorstellungen interpretiert und modifiziert.

Das Credo im Yang-Chengfu-Taijiquan lautet zusammengefaßt so: Man siegt durch Nachgeben; das bedeutet, daß die Weichheit der Härte stets überlegen ist. Beim Tuishou-Zweikampf setzt man also nicht "Kraft-gegen-Kraft" sondern entwickelt "Qi-Energie" und damit die Kunst der Nachgiebigkeit. Zudem verzichtet man auf Muskelkraft und nutzt stattdessen "Sung-Entspannung". Dabei gilt  auch hier laut Altmeister Yang die "Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)": Durch die Qi-Leitbahnen der gelockerten Körperstruktur fließt die innere Qi-Kraft, deren Fajin-Entladung den Partner wegschleudert.

6.4. IK Oberpunkt für folgende

 

6.x. Tuishou als Kampfkunst und Selbstverteidigung

Zu den Lieblings-Dogmen der Taijiquan-Szene zählt die Behauptung, Tuishou wäre eine sinnvolle praktikable Hinführung zur Taijiquan-Kampfkunst. Und Taijiquan sei die beste Kampfkunst. Und sie sei gut geeignet als Selbstverteidigung. Ich bestreite das aus unterschiedlichen Gründen. Einer ist dieser: Neijia-Parolen wie "Folgen", "Anhaften / Kleben", "Ableiten" und "sich selbst aufgeben" lenken ab von wesentlich entscheidenderen Prämissen asiatischer Kampfkunst. Tuishou verstanden als "klebende Hände" setzt fatalerweise erst zu dem Zeitpunkt ein, in dem der Kampf längst hätte beendet sein sollen. Ich jedenfalls vertrete pragmatische Maximen wie die, daß möglichst bereits der erste Körperkontakt über Sieg oder Niederlage entscheiden sollte.

6.x. Besonderheit /Charakteristikum: Weichheit besiegt Härte / "Vier Unzen"

Tuishou (Push-Hands) als die grundlegende Kampf-Formalisierung des Taijiquan soll Härte durch Flexibilität bzw. "Weichheit" besiegen. Dies besagt das "Wudang-Dogma". Als "Innere Kampfkunst" nutzt Taijiquan die "Qi-Energie" statt roher, lokaler Muskelkraft. Diese Maxime erfordert die unbedingte Einhaltung der klassischen Vorgabe von "Vier Unzen besiegen tausend Pfund". Und mehr noch: Taijiquan soll sich genau durch diese Eigenart von allen anderen Kampfkünsten unterscheiden

6.x. Wudang-Schulen sind "äußeren Kampfkünsten des Shaolin" überlegen

Gemäß dem "Wudang-Erzählmuster" und der "Zhang-Sanfeng-Mythologie" der chinesischen Taiji-Familien wären "Tuishou-Techniken" den "Pushhands-Techniken" weit überlegen, weil nur sie über innere Kraft verfügen. Mehr noch: "Push-Hands" könnte die besseren, weil wirksameren Strategien aufweisen. Dieses traditionelle Credo ist allerdings falsch.

Eines der Argumente: Gerade kürzlich hat ein Meister des Yang-Stil-Taijiquan, der einen "Mixed-Martial-Arts-Fighter" zum Duell herausforderte, bereits nach wenigen Sekunden eine schmähliche Niederlage erlitten. Also war das Tajiquan-Tuishou dem Shaolin-Pushhands klar unterlegen.

6.x. Duelle chinesischer Meister - das Credo der "Qi-Einzigartigkeit"

Die Absurdität solcher weltfremder Erzählmuster hat unlängst das Duell zwischen Mixed-Martial-Arts-Fighter Xu Xiaodong und Taiji-Meister Wei Lei (3. Generation Yang-Stil) schonungslos aufgezeigt. Zudem sollte man wissen: Traditionelle chinesische Kampfkünste und ihre Meister haben im Mutterland oft nicht gerade die beste Reputation.

So hält sie der Mixed-Martial-Arts-Fighter Xu Xiaodong das moderne Kungfu / Wushu für eine "Lüge" und für "aus der Mode gekommen", wobei er besonders Taijiquan meint. Die Kenntnisse der Meister seien praktisch allesamt "Fakes" und es gäbe eine maßlose Selbstüberschätzung. "Self-Brainwashing" und "delusions (Wahnvorstellungen)" seien die Regel. Beispielhaft habe er die Qi-Fakes des Taiji-Meisters Wei Lei anprangern wollen mit seiner Herausforderung, die bereits nach wenigen Sekunden zu einer Niederlage Wei Leis führte. Die Chinese Wushu Association als führende Organisation protestierte offiziell mit einer 3000-Worte-Stellungnahme: Xus Verhalten sei gegen die Wushu-Ethik und lasse jeden Respekt vermissen.

Update: MMA-Fighter Xu besiegte jetzt einen Wing-Chun-Meister (https://www.youtube.com/watch?v=M8Oe1vmkcn8&feature=emb_logo Xu Xiaodong MMA vs Pressure Point Wing Chun - Ip Man Wing Chun Tested ).

6.5. Mein Fazit

"Königsweg zur Unbesiegbarkeit" oder nur eine Sackgasse?

Vielen Praktizierenden gilt ihre Disziplin als eine Art "Königsweg zur Unbesiegbarkeit". Diese besonders von chinesischen Taiji-Meistern propagierte Sehweise beruht auf den Mantras der Taiji-Klassiker und ihrer berühmtesten Protagonisten. Ich kritisiere diese "gefühlten Fakten" als Hindernis bei der doch so nötigen unvoreingenommenen Selbsteinschätzung. Sie sind unzureichend und sogar ungeeignet für das eigene Weiterkommen.

In der heterogenen Tuishou-Gemeinschaft gibt es neben den vielen Unterschieden auch bei den Schulen eine leider bezeichnende Gemeinsamkeit: Das Fremdeln mit realistischen Anwendungen und der Verzicht auf die wirklich effektiven Strategien und Taktiken.

Tabuisierung solcher Bereiche mag für manche Verbände, Schulen und Lehrende eine dringend gesuchte Lösung darstellen, aber sie machen sich genau damit zu einem Teil des Problems. Siehe dazu auch die kläglich gescheiterten Herausforderungen angeblicher "Tuishou-Meister" im Mutterland China.

Und der DTB-Zentralverband empfiehlt Lobbyisten und Eso-Gurus gleichermaßen ein radikales Umdenken weg von ihren Fiktionen und Illusionen. Diese Art von phantasievollem Wunschdenken ist in der heutigen Erwachsenenbildung nicht mehr zeitgemäß. Die DTB-These: Einseitig Lehrende aus dem Lager der Esoteriker und Lobbyisten würden in ener aufgeschlossenen Gesellschaft immer weniger gewünscht. Sie sollten das Repertoire ihres Spielplans kürzen - zumindest um den Spitzenreiter "Des Kaisers neue Kleider"!

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6.x. Hinteres Bein - "Innere Kraft"?

Viele Tui-Shou-Praktizierende üben "eindimensional" - und damit falsch. Man sieht dies häufig bei Push-Hands-Wettbewerben und bei Demonstrationen. Diese Feststellung ist kein Vorwurf, denn sie können nichts dafür, weil sie es so von ihren Lehrern gelernt haben. So sind viele z. B. dem Irrtum erlegen, es käme auf den Einsatz des hinteren Beines an. Das mag bei Wettkämpfen den Sieg bringen und mag den unprofessionellen Wettkampf-Regeln geschuldet sein - aber Einsatz der Inneren Kraft "Jin" im Sinne der "Szene" ist dies gerade nicht.

 

 


 


Sektion C: Treffen, Austausch, Begegnungen, Kontakte

Die praktische Ausübung hat für viele Praktizierende den hösten Stellenwert. Treffen und gegenseitiger Austausch in der Community haben einen großartigen Multiplikatoren-Effekt. Doch leider überwiegen negative Erscheinungen, weil diese leichter zu vermitteln sind als seriös-nüchterne Detail-Arbeit. In besonderem Maß gilt dies für die Social Media und ihren "Mob-Rule-Spin" - ich habe dies in meinem Bericht "The Push Hands Syndrome Explained" beschrieben. Verbreitet sind allerorten Verwässerung, Hypes, Heilslehren und Kommerzialisierung.

Wie DTB-Analysen erweisen, sind weite Teile der Push-Hands-Landschaft geprägt von denselben Mängeln und Defiziten, die auch in der Taiji-Qigong-Szene vorherrschen. Dies ist natürlich nicht überraschend, da die Themen ja inhaltlich verwandt und vielschichtig verwoben sind. Diese Symptomatik wird insbesondere durch entsprechende "Push-Hands-Treffen" verbreitet.

 Mit anderen Veranstaltungen sollte man die Push-Hands-Treffen unter der Ägide des DTB-Zentralverbandes nicht verwechseln. Vielmehr bilden sie ein bewährtes und notwendiges Korrektiv. Distanzierungen sind dabei ein gutes Mittel zur Erhöhung der Transparenz.

Update zur Distanzierung: Das Tai-Chi-Studio ist kein Mitglied im DTB-Dachverband und die Lehrenden sind nicht vom DTB zertifiziert oder akkreditiert. (Das Tai Chi Studio Hannover bietet neben fortlaufendem Tai-Chi-Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene auch Wochenend-Wokshops zu verschiedenen Themen an).

Das Tai-Chi-Studio bildet nicht für die Leitung von Krankenkassenkursen aus, da sein Leitbild nicht dem Leitbild der nach den Krankenkassenvorschriften durchgeführten Entspannungskurse entspricht. Details:  ✔️ Qigong Tai Chi Ausbildung Hannover/ Niedersachsen

7.1. Push-Hands-Meetings in Deutschland - Die Szene

Teile der Taijiquan-Community veranstalten seit vielen Jahren Push-Hands-Treffen unterschiedlichster Art. Das Spektrum dieser Begegnungen umfaßt regional, überregional und international stattfindende Events. Zu einem großen Teil sind sie leider geprägt durch Vertreter von Heilslehren und Lobby-Organisationen. Bei diesen beiden Lagern existieren zudem zahlreiche Vermengungen auf inhaltlicher, strategischer und kommerzieller Ebene. Leicht erkennbar ist ihre "Quasi-Religiosität" , die eine Abgrenzung zu sektenartigen Strukturen erschwert und die sich in Begriffen äußert wie "Geheimnis", "Mönch", "Tempel", "Kloster" etc..

Zudem gleicht die Push-Hands-Szene hierzulande einem intransparenten Flickenteppich - u. a. ihre "Push-Hands-Treffen" künden davon. Zum Repertoire gehören bizarre "Spiel-Theorien", Neijia-Phantasien, unausgegorene "Touch-me-here-Applicatons" und das unverwüstliche Highlight "WUDANG - Des Kaisers neue Kleider".

7.2.

Push-Hands-Treffen - DTB-Korrektiv

DTB-Dachverband: Push-Hands (Tuishou) Internationaler Austausch, Treffen Events, Training, VorträgeAber es gibt das DTB-Korrektiv: In jedem Quartal eines Jahres finden seit 2000 in der Nordheide (Region Hannover Push-Hands-Treffen statt. Bis dato 2019)  waren es bereits über 80 Intensiv-Wochen und diese Begegnungen haben vielen so sehr gefallen, daß sie nach zig Malen quasi "schon zum Inventar" gehören! Gerade diese "Elite" bietet den anderen vielfältigste Möglichkeiten, sich neu zu erleben und neuartige Anregungen zu sammeln. Die begeisterten Rückmeldungen zeugen von tiefgehenden, prägenden Eindrücken. Lesen Sie hier, was diese Zweikampf-Events von anderen Veranstaltungen unterscheidet: Push-Hands-Treffen Region HannoverHannover.

Als Alternative zu einseitig-geschönten Ideologien der Szene hat der DTB-Dachverband bekanntlich sein Korrektiv entwickelt und seit 1996 umgesetzt.  Das dazu entwickelte Konzept des "Richtig Lernen und Lehrens" liegt auch den von mir geleiteten "Internationalen Push-Hands-Treffen" zugrunde. Sie finden seit 2001 in der Region Hannover / Nordheide statt. Siehe auch die Distanzierung zu den Hannoveraner-Meetings des Tai-Chi-Studios unter Leitung von Nils Klug. Meine Schüler kommen aus über 40 Ländern und bilden eine wahrhaft internationale Community. Feedback und Seminar-Kalender hier: Internationale Push-Hands-Treffen Hannover...

7.3.

Push-Hands-Treffen - Community mit Weitblick

Organisationen für Heilslehren und Lobby-Verbände im Bereich Taijquan und Qigong propagieren durchweg einseitig-voreingenommene Auffassungen, die zudem zahlreiche leicht korrigierbare Irrtümer enthalten. Ihre "Spin-Doktoren" deklarieren dieses Defizit gern als "traditionellen Ansatz" - und fremdeln bei Faktencheck und ideologie-freier Forschung. Doch immer mehr Praktizierende erkennen diese Unsitte als Irrlehre und damit als Sackgasse.

Entsprechend lautet ein immer wiederkehrendes anerkennendes Lob aus der Community: Beim DTB-Dachverband wird vieles im Detail erklärt und erörtert, was man bei anderen Vereinigungen so garnicht sagen darf, weil es nicht "ins Bild paßt". Und da ist etwas dran, denn die DTB-bundesvereinigung setzt dem gängigen Guru-Nimbus und der einschränkenden "politischen Korrektheit" höchst erfolgreich sein Korrektiv entgegen, das ohne solche "blinden Flecke" auskommt.  Der DTB ist geprägt von einer "Community mit Weitblick". Durch die Allianz mehrerer namhafter Organisationen ist sie gerade in letzter Zeit erheblich gewachsen und hat ihre Arbeit auf zusätzliche Sektionen ausweiten können.

Es läßt sich vielerorts die bezeichnende Situation beobachten: Schüler verfügen über sachgerechteres Hintergrundwissen als ihre Lehrer, weil erstere sich ungefiltert informieren und Lehrer oft internationalen fundamentalistischen Institutionen ihrer chinesischen Lehrmeister, Kader und Eliten verhaftet sind, für die Offenheit, weltanschauliche Neutralität oder Wahrheitsliebe generell keine Priorität bilden. Entsprechende Schönfärberei findet man bei deutschen Lobby-Verbänden.

7.5. Push-Hands-Treffen des DTB - Aktuelle Veranstaltungen

Für die kommenden Events Infos jetzt auf der DTB-Homepage.  Dort auch aktuelle Infos zu Ablauf, Workshop-Gebühren, Unterkunft, Verpflegung und Anmeldungmeldung. Workshop-Planung: "Push Hands und das Tensegrity-Modell", "Push Hands für Frauen - Resilienz-Strategien, Yin-Yang-Vorteile, Selbstverteidigung"

7.5.1. Stundenplan der Intensiv-Wochen

Während der Intensiv-Wochen wird bereits morgens um 7 Uhr die Yang-Stil-Taiji-Form gelaufen. Den ganzen Vormittag über wird teils in Kleingruppen und teils im Plenum gearbeitet. Nach der Mittagsprause erfolgt von 14 Uhr bis 15.45 das "Freie Üben", bei dem jeder Teilnehmende teils für sich und teils in Kleingruppen das bis dahin erlernte Pensum nachbereiten kann. Den Rest des Nachmittags werden Fragen durchgesprochen und weitere Themen behandelt. Nach dem Abendessen geht es bis 21 Uhr weiter - meist mit Nachbereiten des Lehrstoffs und mit Lernerfolgskontrollen. Am Montag, dem Anreise-Tag, beginnt das Treffen offiziell erst um 14 Uhr und am Freitag, dem Abreise-Tag endet das Treffen mit dem gemeinsamen Mittagessen bereits um 12 Uhr. 12 Uhr.

7.5.2. DTB-Eventkalender / Planungen / Inhalte

Studygroups Region NORD DTB-Kompetenz-Team Ort Module im Blocksystem

TUISHOU: Push-Hands-Treffen Hannover

Peter PLZ 30161 Taiji-Kampfkunst

TUISHOU: Push-Hands-Treffen Hannover

Nora PLZ 30455 Taiji-Sportvereine

TUISHOU: Push-Hands-Treffen Hannover

Margit PLZ 30519 Faszien / Tensegrity-Modell

TUISHOU: Push-Hands-Treffen Hannover

Hartmut PLZ 30657 Resilienz-Training II
Adressen Hamburg:
Hamburg-Haus, Doormannsweg 12, 20259 Hamburg,
Albertinen-Haus, Sellhopsweg 18-22 22459 Hamburg,
HdJ Tegelsbarg 2b, 22399 Hamburg
Jugendheim Feldstr. 32, 22880 Wedel
  1. Push-Hands-Treffen 2019: Dalü gemäß Fu Zhongwen (Meisterschüler von Yang Chengfu)
  2. Push-Hands-Treffen 2020: Tuishou-Basics gemäß den Tuishou-DVDs
  3. Push-Hands-Treffen 2021: Tuishou-vertikal, Tuishou-horizontal, Dalü-Varianten.
  4. Push Hands / Tuishou - "Tensegrity-Modell" statt Esoterik-Folklore: Internationale Push-Hands-Treffen Region Hannover

2020 Wochen  Mo 09.03. - Fr 13.03. 2020,  Mo 22.06. - Fr 26.06. 2020,  Mo 03.08. - Fr 07.08. 2020,    Mo 12.10. - Fr 16.10. 2020

8. Push-Hands-Treffen integriert in DTB-Ausbildungen

Die DTB-Treffen sind integraler Bestandteil der Aus- und Fortbildungen unter der Ägide der bundesweiten DTB-Schulungsstätte "Tai Chi Zentrum Hamburg ev". Dieses bereits 1989 gegründete gemeinnützige Institut kann man nach nunmehr 30-jähriger erfolgreicher Tätigkeit als "Lehrerschmiede Deutschland" bezeichnen.

Der Leiter der DTB-Ausbildung ist Dr. Langhoff. Er ist international bekannt und als Experte auf seinen Fachgebieten einschlägig ausgewiesen. Dazu gehört ein ganzes Spektrum an Tuishou-Routinen. Eines seiner Verdienste ist der Faktencheck und die De-Mystifizerung der "Qi-Energie". Dr. Langhoff gilt vielen als Motor einer neuen inspirierenden Entwicklung hin zu mehr weltanschaulicher Neutralität. In seinem Amt als DTB-Geschäftsführer hat der promovierte Philologe umfängliche Erfahrungen sammeln können mit anderen Vertretern von Organisationen der Bereiche Heilslehren und Kampfkunst / Kampfsport.

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Das DTB-Korrektiv basiert auf einer "Communty mit Weitblick". Der DTB empfiehlt Praktizierenden und Lehrenden gleichermaßen, Termini stets klar zu definieren! Dabei helfen die DTB-Kursleiter-Manuale und Fach-Fortbildungen. Die große Nachfrage zeigt den bundesweiten Bedarf! Gerade Lehrende sollten verantwortungsvoll ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und ihren Wissensstand kontinierlich und unvoreingenommen überprüfen.

8.1. Lehr-DVDs für Push-Hands-Heimstudium mit Erfolgskontrolle

TUI SHOU: Push-Hands-Ausbildung und Push-Hands-Treffen im DTB-DachverbandDie gesamte Push-Hands-Systematik besteht aus wenigen Basis-Komponenten, die man zuhause mit Lehr-DVDs im Selbststudium durcharbeiten kann. Die DVD erreichte mehrfach die Bestnote "5" bei den Produkt-Beurteilungen (s. DVD-Beurteilungen mit Bestnoten). So ist man gut vorbereitet für die Praxis-Module des DTB. Siehe Extra-Bericht. Weitere Infos hier: Ausbildung Push Hands / Tuishou deutschland-weit im Dachverband (Modularisierter Block-Unterricht: Leitung Dr. Langhoff, Träger DTB-Dachverband).  Der Block-Unterricht ist anerkannt als DTB-Lizenzverlängerung. Es gibt zudem eine DVD begleitend zum Artikel (s. MULTIMEDIA: DVD über Push Hands (Tuishou) - Treffen, Mitschnitte, Trainings-Anleitungen, Tuishou-Routinen mit wechselnden Partnern).

8.2. Push-Hands-Online-Kurse kostenlos

DVD Push Hands (Tuishou) zum Selbststudium und Training zuhauseWer sich zum Push-Hands-Lehrer ausbilden lassen möchte, oder auch nur für sich die Bewegungsschleifen erlernen möchte, kann dies auch mit Online-Unterstützung tun. Die DTB-Dachorganisation stellt dazu kostenlos Lehrmaterialien im Internet zur Verfügung. Auch bei diesen Produkten gibt es eine wertvolle Lernkontrolle. Der Tuishou-Online-Kurs erreichte mehrfach die Bestnote "5" bei den Beurteilungen (s. Produkt-Beurteilungen mit Bestnoten). Auch Skype-Unterricht bietet die DTB-Bundesvereinigung an.

8.3. Workshop-Charakter der DTB-Meetings

Die DTB-Treffen haben einen ausgeprägten Workshop-Charakter, bei dem regelmäßig zahlreiche Co-Trainer und weit Fortgeschrittene dabei sind. Der zwanglose Workshop-Charakter lädt zum Experimentieren ein und wird von den Teilnehmenden aller Gruppen sehr positiv bewertet. Besonders hervorgehoben werden die vielfältigen Möglichkeiten, sich Anregungen zu holen und sie gleich in die Tat umzusetzen. Dieses Experimentieren mit Anregungen trägt wesentlich zum Lernerfolg bei. Besonders gut kommt auch das "Freie Üben" an, bei dem jeder Teilnehmende teils für sich und teils in Kleingruppen das bis dahin geübte Pensum nachbereiten kann. kann.

Hervorgehoben wird beim Feedback zu den Begegnungen auch häufig, daß man durch das Zusammentreffen von Anfängern und Fortgeschrittenen gut voneinander lernen kann und daß die neuen Erkenntnisse weit über die Workshops hinaus wirken. Auch der Alltagstransfer wird im Feedback häufig bestätigt.

Update 2019-10: Gerade ist das 81. Push-Hands-Treffen des DTB-Dachverbandes in der Region Hannover zu ende gegangen. Gelobt wurde auch hier der kooperative und moderierte Ablauf in die Richtung auf ein gemeinsamen Ziel, wobei im Gruppengeschehen stets die aktive Teilnahme jedes Einzelnen gewährleistet ist. Dies wiederum fördert das Interagieren und somit die Gruppendynamik.



10. Anhang

Exkurse

Zusätzlich zu obigen Kapiteln folgen hier einige ausgewählte Exkurse, um das Bild abzurunden.

10.1. Exkurs -

10.3. Beliebigkeit - Korrektiv? Ausbildung?

Die unvoreingenommene Beschäftigung mit den Tuishou-Partnerroutinen wird heutzutage leider erschwert durch das Schwinden der früheren Debattenkultur, die auch bei zahlreichen Organisationen des Tai Chi und Qigong zu beobachten ist. In meinen Ämtern und Funktionen habe ich über die Jahre vielfältige Erfahrungen zu dieser Unsitte machen können. Eine besondere Rolle als "ordnendes Kraftfeld" kommt daher dem DTB-Dachverband zu. Er ruft auf zu mehr Sachverstand und Unvoreingenommenheit.

Auch in Deutschland herrscht eine beträchtliche Intransparenz, die durch die Heilslehren und Lobby-Verbände noch verstärkt wird. Die "Spin-Doktoren" ihrer Kader leisten ganze Arbeit. Vergleiche der Qualität gestalten sich insbesondere für Laien schwierig. Der DTB distanziert sich u. a. von sogenannten "Traditionellen Push-Hands-Ausbildungen".

10.x. "Lobbycontrol"

Zufällig hörte ich kürzlich von dem Verein "Lobbycontrol". Der Name paßt ganz gut zu meinem Korrektiv in der Taijiquan-Qigong-Szene und für meine Gestalt-Methodik des "Richtig Lernen und Lehrens". Dies gilt auch für den Fachbereich der Zweikampf-Techniken Pushhands / Tuishou - und hier in erster Linie für Multiplikatoren und alle, die in Organisationen führende Ämter bekleiden. . Das "Schauspiel "Des Kaisers neue Kleider" mit seinen Scheuklappen und Fremdeln vor den Fakten bietet ernsthaft Interessierten ja keine innere Weiterentwicklung! Wie "Lobbycontrol" möchte ich gern Schutzvorkehrungen gegen solche einseitigen Einflussnahmen anbieten. Die internationale anschauliche Bezeichnung reflektiert auch meine Zielsetzung, Menschen unabhängiger zu machen von Folklore-Fantasien und Illusionen, so daß sie innerlich unabhängiger werden und wachsen können gemäß ihrem innewohnendem Potenzial.

Wie der Verein recherchiere ja auch ich zu aktuellen Themen, erstelle Hintergrundanalysen und Dokumentationen mit wissenschaftlich-objektivem Anspruch. Und wie der Verein mache ich aufmerksam auf verzerrende Sehweisen sowie auf Organisationen und Netzwerke mit koordiniertem Lobbying. Mein Fokus richtet sich dabei auf die Protagonisten von Heilslehren und auf Lobbyisten gleichermaßen. Ich möchte mit meiner 50-jährigen Erfahrung ihren schönfärberischen Einseitigkeiten Schranken setzen, sie mäßigen und prüfen - denn das bedeutet der Term "control". Ich propagiere also keinerlei "neue Einseitigkeit" sondern trete ein für eine Ausgewogenheit, in der jeder seinen individuell geprägten Weg selbst gehen kann - von mir aus also auch hin zu Guru-Tum und Lobbyismus.


 

11. Anmerkungen

*

 Siehe den Aufsatz "Push Hands And Martial Arts Applications"


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New Tai Chi Push Hands competition rule from China http://jinglingtaichi.com/new-tai-chi-push-hands-competition-rule-china/

"A few weeks ago, we had a chance to discuss with a visiting Chinese Tai Chi master regarding the new draft Tai Chi Push hands competition rule from mainland China. Those who watched Tai Chi Push Hands competitions, all have the feeling that it’s very un-Tai Chi like but more wrestling contests, full of force against force, without any sign of “Four ounce handles thousand pound”. That’s must be the same feeling of the governing body. The draft rule first published around April 2015. The organization committee spent three years consulting many Tai Chi masters (from different styles) to come up with this aiming to return it as a true Tai Chi competition. The significance of the new rule are: · It’s from the highest national Wushu controlling body – “Chinese State Sports General Administration of Wushu Administrative Center”. · It sets up future standards for China domestic, international and potential Olympic events. · It’s strong intention of promote true Tai Chi techniques. The new rule has been used in many competitions in China such as the prominent “China Jiaozuo International Taijiquan Exchange Competition). More and more Tai Chi schools, competitors are getting on the bandwagon. Here I list some of the key points of the new rule: 1. Its a Fixed Step” not “Moving Step” (or “Free Step”) competition. 2. You will be judged by your Double-hand Push Hands Drill” skill. 3. Initial attack/defence must come from “Double-hand Push Hands Drill” motion. 4. Designated initial attacker/defender to avoid duel attacking resulting in fighting force against force. Although initial view might see the rule being overly restrictive, but understanding where it’s coming from, I believe it warrants more effort to experience before jump into conclusion. "


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Diverse persönliche Kommunikationen mit Teruo Kono, Toby Threadgill, Bob Nash, Mike Sigman, Fu Shengyuan, Yang Zhenduo, Zhang Youquan


TAGS: DEFINITIONEN, MEISTER, GRUNDLAGEN, NACHBAR-DISZIPLINEN, TREFFEN.

 

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