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Verbände und Lehrende sind oft verstrickt in Kommerz, Lobbyismus und Heilslehren

Anstatt falsche Lehr-Inhalte zu korrigieren werden Forschungen ignoriert und Fakten kleingeredet

Zudem ist ihr traditionell-esoterischer Moralkodex unvereinbar mit Güte-Standards westlicher Erwachsenenbildung

Mein Alternativ-Ansatz schafft ein umfassendes Korrektiv für Fehlentwicklungen wie Fundamentalismus, Folklore und Ignoranz

Mein Markenkern ist Lernen und Lehren nach ideologie-freien Qualitätsstandards, Fakten-Treue, Unabhängigkeit sowie innere Weiterentwicklung

MEISTER WERDEN - RICHTIG LERNEN UND LEHREN

Qigong-Tai-Chi-Ausbildung Deutschland - Dr. Stephan LanghoffIch unterscheide mich von anderen Lehrenden auf vielfache Art und Weise - auf den Punkt gebracht würde ich es so formulieren: Ich trete ein für Werte westlicher Erwachsenenbildung - insbesondere wissenschaftliche Arbeitsweise und weltanschauliche Neutralität/ Ideologiefreiheit. Dies fällt mir aufgrund meiner Persönlichkeit, meinen Neigungen und meines Werdeganges sehr leicht. Meinen ganzheitlichen Ansatz nenne ich: Die Gestalt-Methodik des "thinking outside the box". Sie erfordert ein "Über den Tellerrand Schauen", das ich bei vielen Lehrenden leider vermisse. Solche eindimensionaleN "Lehrer" wollen oder können die Tiefe des "Weges" nicht erkennen - sie schauen, wie man im Osten sagt, bei der Waage auf das "Sternchen" (die Anzeige) statt auf den Wert dessen, was sie wiegen!

Meine persönliche unromantische Beurteilung des Meister-Titels möge indes niemanden entmutigen, den östlichen Weg zu beschreiten, halte ich ja grundsätzlich für einen sehr empfehlenswerten Weg, aber man sollte die Dinge sehen, wie sie nun einmal sind und nicht angestrengt beiseite schauen. Selbst-Inszenierung, Hypes und Handelsware haben längst das Ruder übernommen - bezogen auf letzteres könnte man bereits von einer "Taiji-Qigong-Amazonisierung" sprechen.

MEISTERSCHAFT ALS KAMPF GEGEN SICH SELBST

Während der nunmehr 5 Jahrzehnte meiner Beschäftigung mit östlichen Künsten haben sich viele meiner Ansichten (natürlich) stark gewandelt. Doch interessanterweise nicht beim Kernthema Meisterschaft. Stets bin ich der Maxime gefolgt, daß es sich dabei alles um den Kampf gegen innere Gegner dreht - und die sind oft schwerer zu besiegen als äußere! Die Idee der inneren Weiterentwicklung empfinde ich als hilfreich und spannend zugleich.

Tai-Chi-Ausbildung Deutschland

Wer einfach nur Tai Chi oder Qigong lernen möchte kommt sicher gut ohne meine Expertise aus. Er kann gern wie viele andere "an der Oberfläche" bleiben - und die ist ja bereits schön! Dazu passt eine kleine Geschichte: Ein Mann führt einen Freund, der noch nie das Meer gesehen hat, an den Strand. "Wie schön das ist" ruft dieser überwältigt. "Ja" erwidert der andere - "und das ist nur die Oberfläche!"

Tai-Chi-Meister und chinesische Kampfkunst

Im östlichen Kulturkreis gibt es eine Fülle von Bezeichnungen, mit denen Schüler ihre Lehrer anreden. Bekannt sind "Guru" (indisch), "Sensei" (japanisch), "Shifu" und  "Laoshe" für das chinesische Wushu bzw. Kungfu.

Mein Standpunkt ist: Es gibt kein einziges valides übergreifendes Kriterium um einen Lehrmeister in fernöstlichen Künsten zu küren - wie man sich auch dreht und wendet. Welches sollte dies auch sein? Unbesiegbare Taiji-Meister oder kugelfeste Qigong-Meister, von denen die "gefühlten Fakten" der Kungfu-Folklore künden sind ja eher lächerlich angesichts der weit verbreiteten nachgewiesenen Tricksereien und Täuschungen.

ln China sind aufrichtige Bemühungen um mehr Transparenz gewöhnlich zum Scheitern verurteilt - nicht zuletzt wegen der Macht der Lobbyisten, die Wushu-Mystik und Wude-Moralkodex für unverzichtbar halten. Umso bemerkenswerter ist das große Medien-Echo und eine Hinwendung zu mehr Faktentreue im Falle des Yang-Tai-Chi-Meisters Wei Lei. In einem Duell mit Mixed-Martial-Arts-Fighter Xu Xiaodong unterlag er bereits nach wenigen Sekunden. Extrem peinlich für jene Taiji-Verbände, die die Fiktion von der angeblichen Überlegenheit "innerer Kampfkunst" zu ihrem Markenzeichen machen. Dazu gehört ja auch Yang Juns "International Association", bei der solche Shaolin-Phantasien ja sogar in Prüfungsfragen zum offiziellen Ranking abgefragt werden. Nicht überraschend also, wenn Yang Jun der Erklärung des unterlegenen Wei Lei folgen würde. Dieser gab an, er habe sein "Qi" nicht einsetzen wollen, da es Xu getötet hätte. Doch wieso hat Wei Lei nichts aus seiner Niederlage gelernt und warum hat die "Chinese Wushu Association" Xus Sieg als respektlos und wider den Ethik-Kodex kritisiert? Xus Erklärung macht für mich Sinn: Praktisch alle chinesischen Taiji-Meister würden unter Realitätsverlust und gnadenloser Selbstüberschätzung leiden - es sei eine Art "Self-Brainwashing", welches traditionell von Sifu zu Sifu und von Generation zu Generation weiter tradiert würde. Modernen Systemen wie Mixed Martial Arts und deren Trainingsmethoden gegenüber hätten sie keine Chance. Hingegen lobt Xu das japanische Bujutsu und empfiehlt den Chinesen, davon zu lernen - sie seien ihnen um 20 Jahre voraus.

Und wenn man sich den Kampf anschaut und z. B. Yang Juns Unterricht dazu in Beziehung setzt, erkennt man die Unausgegorenheit schöner Worte, die in realistischer Selbstverteidigung rasch an ihre Grenzen stoßen. Von ähnlicher "Qualität" waren ja schon die Hinweise von Yang Chengfu, die Chen Weiming in seinem Buch beschreibt.

Duell Xu Xiaodong und Wei Lei - worum gehts: Plädoyer für mehr Transparenz im Kungfu / Wushu

Traditionelle chinesische Kampfkünste und ihre Meister haben im Mutterland oft nicht die beste Reputation. So hält sie der Mixed-Martial-Arts-Fighter Xu Xiadong das Kungfu / Wushu für eine "Lüge" und für "aus der Mode gekommen", wobei er besonders Taijiquan meint. Die Kenntnisse der Meister seien praktisch allesamt "Fakes" und es gäbe eine maßlose Selbstüberschätzung. "Self-Brainwashing" und "delusions (Wahnvorstellungen)" seien die Regel. Beispielhaft habe er die Qi-Fakes des Taiji-Meisters Wei Lei anprangern wollen mit seiner Herausforderung, die bereits nach wenigen Sekunden zu einer Niederlage Wei Leis führte. Die Chinese Wushu Association als führende Organisation protestierte offiziell mit einer 3000-Worte-Stellungnahme: Xus Verhalten sei gegen die Wushu-Ethik und lasse jeden Respekt vermissen.


Duell zwischen MMA-Coach Xu Xiaodong und dem Taiji-Meister Wei Lei in Sichuan: Bereits nach wenigen Sekunden war Wei Lei kampfunfähig und gab auf. Sein Lehrer war ein gewisser Luo aus Chengdu, der zur 3. Generation Yang-Stil gehören soll. Der solchermaßen gedemütigte Wei Lei gab in unterschiedlichen Interviews ebenso unterschiedliche Gründe für seine Niederlage. Mal lag es an seine neuen Schuhen und mal wollte er ohnehin nicht gewinnen - aus ethischen Gründen. Als dritten Grund nannte er die Stärke seines "Qi", die Xu getötet hätte und das wollte er nicht. Xu wiederum erklärte, gerade Wei Lei "Qi-Tauben-Fakes" seien eine Motivation für die Herausforderung gewesen: In einer Fernseh-Sendung konnte eine Taube offensichtlich nicht von Wei Leis Hand wegfliegen - genau wie in den alten Yang-Stil-Legenden. Kein Wunder, denn sie war - für den Zuschauer nicht erkennbar - angebunden! Laut Xu hat der Sender den Betrug zugegeben.

Xu Xiaodong erklärt in einem sehr offenen Hintergrund-Interview auch seine Meinung, dass es heute praktisch in ganz China keine Taiji-Kampfkunst-Meister mehr gäbe und dass das traditionelle Taijiquan und generell das traditionelle Wushu mit modernen Kampfkunst-Systemen wie Mixed-Martial-Arts nicht mithalten könnten.

DTB-Lehrerausbildungen für Tai Chi und Qigong

Die von mir geleiteten Intensiv-Seminare im Block-Format unterscheiden sich grundsätzlich vom Unterricht chinesischer Meister - dabei meine ich nicht das Training als solches sondern den Rahmen. Meiner ist ideologie-frei und orientiert sich an den Standards westlicher Erwachsenenbildung. Auch spielt bei mir der Alltagstransfer eine zentrale Rolle. Für Fundamentalismus, Mythen und Folklore findet sich in meiner Mehtodik des "Richtig Lernens und Lehrens" kein Platz. Siehe auch die Distanzierungen auf http://www.tai-chi-meister.de/ .

Weitere Einflüsse

Einer meiner Lehrer: Teruo Kono.

Ausländische Organisationen und ihre Leitungen/ Gründer: Toby Threadgill und Toby Threadgill FAQ, Lehrgänge, Feedback, Buch-Rezension, Videos, DVDs

Lesetipp: Altmeister Yang Chengfu (1883-1936) - Bewahrer der Tradition oder Modernisierer?

Wer seriöse Informationen über Altmeister Yang Chengfu, über sein rastloses Wirken und über seine Tai-Chi-Form sucht, erhält auf der Webseite des TCDD-Dachverbandes www.yang-chengfu.de/  wertvolle Einblicke in Details, die auch vielen Insidern unbekannt sein dürften. Der Hintergrund: Im Laufe der Zeit hat sich der Stil des Yang-Familien-Taijiquan und namentlich des "Yang-Chengfu-Taijiquan" zu vielen verschiedenen Formen weiter-entwickelt.  So hat sich ein ganzes Spektrum angeblich "originaler Taiji-Formen" etabliert. Es ist problematisch, von einem klar definiertem "Yang Family Tai Chi Chuan" zu sprechen, da sich alle Typvarianten signifikant unterscheiden. Schlimmer noch: Die Yang Chengfu-Taiji-Form kann nicht als die authentische Standardform der Yang-Familie angesehen werden, da der Meister sie bewusst in wesentlichen Aspekten modifiziert hat, um sie an moderne Lebensweisen und Bedürfnisse der Praktizierenden anzupassen. Dennoch verbreiten manche Mitglieder der Familie die Auffassung, die von ihnen gelehrte Form sei "traditional Yang Family Taijiquan".

Push Hands (Tuishou) - Lesetipp

Update: Der neue Push-Hands-Artikel von Dr. Langhoff beschreibt weitverbreitete Fehleinschätzungen und längst widerlegte Vorurteile zur "bekanntesten und wichtigsten Taijiquan-Partnerübung". Wohl in keinem Bereich des Tai Chi und Qigong ist der "Guru-Nimbus" tiefer verwurzelt als im Tuishou. Protagonisten von Heilslehren und Lobbyisten unterschiedlichster Couleur malen ihre geschönten Qi-Welten von Esoterik-Folklore, vorgeblicher Unbesiegbarkeit und spektakulärer Show. Quelle: Push Hands (Tuishou).