✔️  Qigong, Tai Chi, Tuishou (Push Hands) meistern - D-INFO Dr. Langhoff

Dr. Stephan Langhoff, geb. 1949, Lehrer-Ausbildung Tai Chi, Qigong, Push Hands: Artikel, DVDs, Block-Module, Treffen, Workshops, Meister

Tai Chi und Qigong Lernen mit Dr. Langhoff: DTB-Lehrerausbildung deutschland-weitTai Chi und Qigong bergen beeindruckende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Für diesen "Turbo" braucht es innere Unabhängigkeit, Stabilität und Authentizität - ganz wie im Taoismus / Buddhismus gefordert. Doch wie meine 50-jährige Erfahrung zeigt, trifft man vielerorts auf Wunschdenken, Vorurteile und Beliebigkeit. Die "Szene" ist nicht bekannt für Realismus und Überprüfbarkeit. Tiefere Einsichten bleiben versperrt und Potenziale liegen brach. Hier eröffnet mein Korrektiv mit ideologie-freiem Fakten-Check den "Blick über den Tellerrand". Ich habe bislang Schüler aus ca. 40 Ländern unterrichtet und viele bis zum DTB-Ausbilder zertifiziert.

"WISSEN WOLLEN" statt "GLAUBEN MÜSSEN"

Nachlese / Lehrgänge

 Quelle: Pushhands (Tuishou)

freies Pushhands: Strategien, Techniken, Historie: Sinojapanische Forschungen Dr. LanghoffDr. Langhoff: Tuishou ist eine spezielle Form des Tai-Chi-Partnertrainings Push Hands. Diese in mehrfacher Hinsicht faszinierende Sparte "Innerer Kampfkunst" ist beliebt und erfreut sich großer Nachfrage. Die Lernziele divergieren je nach Lehrer - man findet ein reichhaltiges Repertoire von kommunikativ-spielerischen Settings bis hin zu Strategien effektiver Selbstverteidigung. Im Fokus stehen überwiegend folgende Themenbereiche: Sensitivität / Wahrnehmung, Körperstruktur / Faszien und Flexibilität / Reaktionsfähigkeit.

Lernen kann man Tuishou-Übungen beispielsweise in Tai-Chi-Studios, Sportvereinen und Volkshochschulen. Gute Möglichkeiten bieten zudem Wochenend-Lehrgänge von Tai-Chi-Qigong-Vereinen, Verbänden oder Selbsthilfegruppen. Die Kursgebühren liegen allgemein zwischen zehn und zwanzig Euro pro Stunde. Bei DTB-Angeboten werden die Kosten anteilig von Krankenkassen erstattet. Die kontinuierliche Lernkontrolle macht den Unterricht sehr effektiv: Sie eliminiert Fehler bevor sie sich einschleifen. DTB-Kurse enthalten standardmäßig zusätzliche Online-Kurse zur Vor- und Nachbereitung.

Lesetipp zum "Free Pushing Hands": "Fixed Forms" sind im Tai Chi (Taijiquan) sehr beliebt als Vorbereitung für freiere Bewegungsmuster mit weniger Absprachen. Daher gehen Freies Pushhands und festgelegte Patterns im praktischen Training oft Hand in Hand, sodaß sich eine klare Abgrenzung eigentlich nicht treffen läßt. Freies Pushhands.

Was ist Freies Push Hands / Free Push Hands?

Das Mantra der alten Tao-Meister, daß Tai Chi Chuan unbesiegbar macht, lebt auch heute noch fort - u. a. in den Socialmedia und den chinesischen Taiji-Dynastien. Doch wie "Taiji-Duelle" und "Tuishou-Competitions" mit "Externen Schulen" gnadenlos erweisen, sind solche traditionellen Fiktionen contraproduktiv. Erst ohne einschränkende Vorannahmen erweisen sich die freien Sparring-Formen als hilfreich im Freikampf (Sanda / Sanshou). Grund genug, sich einmal ausführlicher mit dieser Freikampf-Thematik zu befassen.

"Fixed Forms" sind im Tai Chi (Taijiquan) sehr beliebt als Vorbereitung für freiere Bewegungsmuster mit weniger Absprachen. Daher gehen Freies Pushhands und festgelegte Patterns im praktischen Training oft Hand in Hand, sodaß sich eine klare Abgrenzung eigentlich nicht treffen läßt.

Es ist schwierig, den Begriff "Freies Push Hands (Sanshou, Free Pushing Hands)" genau zu definieren. Klar ist, daß es wie überall im Kampfsport Regeln geben muß. Leider überwiegen in den Schulen, Centern und Studios der "Pusher-Szene" vage und spontane Herangehensweisen. Bekommt hier die trendige Bezeichnung "Freies Pushhands" eine ganz neuartige Bedeutung im Sinne von "phantasievoll improvisiertes Spielen"? Ich jedenfalls lehne solche "Erklärungsmodelle" ab.

So mancher "Freikampf" ist eher ein "Freitanz" ohne tieferen Sinn. Auch scheinen mir überdurchschnittlich viele Taiji-Lehrer dem Schauspieler-Metier anzugehören und nach dem New-Age-Mantra zu verfahren "Pushhands is what I want it to be". Alles in allem eine aus meiner Sicht fragwürdige Entwicklung unter Kampf-"Künstlern", über deren Auswirkungen ernsthaft Interessierte stets informiert bleiben sollten, um gegenzusteuern.

Ich erkenne in der Taijiquan-Qigong-Szenerie stetig wiederkehrende Muster. Gemeinsam ist ihnen ein Mangel an Realismus und Kampfkunst-Expertise, den ich als Schüler bei meinem Lehrer nicht akzeptieren würde. Für mich ist das Ziel von Kampfkunst-Training mit Partnern, daß meine Möglichkeiten im Ernstfall natürlich vergrößert und nicht etwa verringert werden (!). Denn für Sieg oder Niederlage gibt es im solchen Free-Fight-Situationen typischerweise keinerlei zweite Chance. Warum sollte ich also allzu künstlichen "Grab-Me-Here-Instruktionen" folgen und dann darauf vertrauen, für den Sieg gerüstet zu sein?

Generell liegen hier im "Freefight" die Defizite in den fehlenden "Basics" - oft mangelt es an tieferliegendem Verständnis. Dann fehlt die nötige Vertrautheit mit der eigentichen "Taiji-Funktionsweise", also der erfolgreichen Nutzung von Yin-Yang-Methodik. Hat man diesen Trainingsweg nicht konsequent bis zum Ende durchschritten, so wird "Kraft-gegen-Kraft" gesetzt. Ich verweise hier auf das dreistufige japanische Lernmodell des "Shu-Ha-Ri", das aus China stammt und in früheren Zeiten als vorbildhafte Richtschnur für Meisterschaft genommen wurde.

Partner-Formen vs. Solo-Formen

Für Freies Pushhands galt früher die alte Kungfu-Weisheit: Wenn Du Dich kennst und Deinen Gegner, wirst Du von hundert Kämpfen alle gewinnen. Ganz im Sinne von Sunzis Strategie-Buch "Kunst des Krieges" nutzten chinesische Innere Kampfkünste wie Taijiquan neben Solo-Formen (um sich selbst zu erkennen) auch Partner-Formen (um den anderen zu erkennen). Siehe dazu den Artikel "Taijiquan & Co" im Modul-Handbuch Meisterklassen C3.

Diese Übungen zu zweit sind im Wortsinne "anfaßbarer" und gerade für Anfänger "konkreter" erfahrbar. Allerdings sind sie nicht einfacher als die Solo-Routinen sondern schwieriger. Auch wird es durch "Timing-Faktoren" und die Nähe zu einem Kontrahenten deutlich dynamischer und lebendiger. Der stetig-klebende Hautkontakt an Händen oder Armen entwickelt nach einiger Übung die Fähigkeit des "Spürens" oder "Hörens" - die Absichten des Gegenübers offenbaren sich spontan, direkt und ungewollt.

Push-Hands-Partnerübungen sind  damit "eine ganz andere Liga" als Solo-Formen. Und dies steigert sich noch erheblich beim "Sanshou (Freies Push Hands / Free Pushhands)": Beim Freien Tuishou gibt es ja keinen festgelegten Ablauf - beide Partner können impulsiv auf Änderungen reagieren. Unter allen Umständen lautet die Regel, sobald möglich die Initiative zu ergreifen und zu behalten.

Tuishou im Wushu-Kontext

Im Kampfkunst-Kontext haben wir zwei Seiten einer Medaille - einerseits gilt: So wie das Freie Pushen heutzutage betrieben wird, entzieht es sich jeglicher Verallgemeinerung - und das ist auch gut so, denn Praktizierende chinesischer Kampfkunst sollten unreglementiert und ihrem Naturell entsprechend umfängliche Erfahrungen sammeln können, die ihnen später zustatten kommen - und Gängelung ist dabei sicher kontraproduktiv!

Andererseits ist die Kehrseite ebenso klar: Fehlentwicklungen, Verwässerungen und "Kopf-Kino" allgemein bremsen die Weiterentwicklung und in Diskussionen muß ich häufig auf die "Spaßbremse treten" und mit Sachargumenten Irrtümer aufklären und Fiktionen als solche kennzeichnen.

Free Style Yang-Taijiquan-Pushing-Hands: Yang Chengfu Master Class SeriesDie meisten Fiktionen sind schon lange bekannt - sie gehen zuück auf Yang Chengfu, den Enkel des Yang-Taijiquan-Begründers Yang Luchan. Er befeuerte den Zeitgeist im Peking der Dreißiger Jahre des neunzehnten Jahrhundert wie kein Zweiter. Hochbegabt aber befangen in Vorurteilen der "Wudang-Shaolin-Dichotomie" und der "Zhang-Sanfeng-Doktrin" schuf der Altmeister ein Narrativ, das bis heute fortlebt. Kernpunkt seiner Propaganda ist das "Sanda", also der Freikampf und das Freie Pushings Hands. Seine These, daß Tuishou des Yang-Taijiquan verfüge aufgrund seines "wahren Qi" über eine Art "eingebaute Unbesiegbarkeit", entpuppen sich bei genauerer nüchterner Betrachtung als schwärmerisch-romantische Fantasien ohne jeden Beleg. Siehe dazu auch: Workgroup "Free Style Yang-Taijiquan-Pushing-Hands (Yang Chengfu Master Class Series)" und die TCDD-Multimedia-Doku Meisterklasse Freies Push Hands / Free Pushing Hands.

Traditionelles Tuishou ist im Aussterben begriffen - ich habe mich dazu an anderer Stelle geäußert. Heutige Formen mit ihren veränderten Zielsetzungen sind wenig mehr als  ein "entschärftes" Erbe chinesischer Wushu-Tradition. Aber sie bilden ein exzellentes Fitness-Programm, von dem u. a. Muskulatur, Gelenkigkeit, Koordination und das Faszien-Netzwerk profitieren. Diese Kombination verbessert zudem nachhaltig das Gleichgewicht und die Reaktionsfähigkeit. Darüberhinaus entfalten die Drills - besonders im Freien Pushen - ein ganz besonderes Potenzial, das in Martial-Arts-Kreisen als "Body Sensivity" bezeichnet und als grundlegend angesehen wird. Durch Einbeziehung mentaler Aspekte führt dies direkt zum Kern "Innerer Kampfkunst".

Den geeigneten Lehrer finden

DTB-Lehrer sind mit Email gelistet in der DTB-Datenbank geordnet nach PLZ, Status und Sparte. So können neben Unterricht auch regionale Austauschtreffen leicht organisiert werden. Teilnehmen kann jeder mit Interesse an Prinzipien und Techniken Innerer Kampfkünste. Im Sommersemester wird wenn möglich draußen geübt. Die Kosten pro Training liegen typischerweise bei 10 Euro. Die Treffen sind geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene.

Freies Push Hands / Free Push Hands

FREE TUISHOU: Freies Push Hands mit DTB-Coach Dr. LanghoffDas "Freie Push Hands" ist weit mehr als Kampfsport: Das Händeschieben ist ja gelebte Yin-Yang-Philosophie Innerer Kampfkunst mit der Strategie des "Nachgebens, um zu siegen". Und genau hier liegt meine Motivation, über das "Free Pushing Hands" zu schreiben. Dabei ist mir klar, daß ich die Erfahrungen meiner ca. 50-jährigen Beschäftigung mit solchen Artikeln ohne persönliche Unterweisung nicht weitergeben kann. Aber vielleicht kann der eine oder andere daraus etwas für sein eigenes Üben ziehen und so davon profitieren.

Scoring-Modell trennt "die Spreu vom Weizen"

Bei meinem Ansatz des "Richtig Lernen und Lehrens" kommt dem sogenannten "Scoring-Modell" eine entscheidende Rolle zu. Es steuert die Gewichtung von Kriterien und kann somit helfen, das "wirklich Wichtige" prägnant herauszuarbeiten und entsprechend zu berücksichtigen. Ich bewerte beispielsweise die realistische Anwendbarkeit höher als Show, Gehabe und Tricks. Auch Dogmen, Intransparenz und Wude-Moralkodex fallen bei mir durch das Scoring-Raster. Und last not least: Wie gehe ich mit Niederlagen um? Stärke ich meine Resilienz oder suche ich die Schuld bei den anderen? Mit diesem Verfahren der "Punkte-Bewertung" grenze ich mich ab von der "Pusher-Szene" und den meisten chinesischen Tuishou-Meistern.

Mit solchem Punkte-Scoring kann ich meinen Unterricht viel effektiver steuern und größeren Lernerfolg sichern als mit Video-Analysen sogenannter chineischer "Pushhands-Meister", die entweder schon beim ersten Angriff des Kontrahenten weinerlich aufgeben oder in den Fehler des "Kraft-gegen-Kraft-Setzens" verfallen, weil sie es offenbar nicht besser gelernt haben.

"Fajin als Game-Changer"

Ein zentrales Thema des Freien Push Hands ist "Fajin". Es bezeichnet die Energie-Freisetzung in der Anwendung chinesischer Kampfkünste. Es handelt sich um ein komplexes Wirkprinzip. Korrekt ausgeführtes Fajin ist eine Art "Gamechanger", der starken Einfluß auf Qualität, Effizienz und Ökonomie innerer Kampfkunst hat. Diese neuen Regeln kann jeder Praktizierende für die Entwicklung seiner Potenziale nutzen. Beim Verständnis hilft ein "Blick über den Tellerrand", der auch größere Zusammenhänge einbezieht - und Fiktionen als solche erkennt!

Freies Push Hands (Sanda / Sanshou, Free Pushing Hands)

Freies Pushing Hands in Chenjiagou - Wertung Dr. LanghoffFür das Sanshou kann jedwede Technik der Solo-Formen benutzt werden. In der Praxis zeigt sich dabei übrigens deutlich, daß die heutigen vereinfachten Techniken für effektive Kampf-Anwendungen ziemlich untauglich geworden sind. Schlimmer noch: Es ist überall zu beobachten - besonders auf Meisterschaften -, daß die Tuishou-Prinzipien nicht beachtet werden.

Tuishou-Verbreitung im Westen

Im Westen verbreiteten sich "Tuishou" und "Sanshou" über Jahrzehnte ohne vereinheitlichende Normen in den Schulen, Studios und Centern der Taijiquan-Community. Besonders bei den Stilarten gemäß Cheng Manching (Chen Manqing) wurde das "Künstlerische" zu unkritisch weitergeführt. Auch wurden größere Zusammenhänge weitgehend ignoriert. Die Prinzipien vergleichbarer Partner-Drills im Aikido, Judo, Jujutsu und Karate (Kakie) wurden kaum einbezogen. Dabei sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten berade bzgl. der "Frei-Formen" hoch-interessant für Forschende und alle denjenigen Praktizierenden, die am "Blick über den Tellerrand" Freude haben.

Historie der Tuishou-Techniken

Leider ist die Datenlage über die Tuishou-Historie ausgesprochen dürftig - dies gilt für die festgelegten Patterns ebenso wie für die freieren Formen und den "Freikampf". Zudem stammt der Großteil an Infos "von interessierter Seite" - was nicht gerade überraschend ist. Aber bei gesundem Menschenverstand erschließen sich dem beharrlich Forschenden doch einige ernstzunehmende Zusammenhänge.

So sind die Grund-Konstellationen natürlich uralt, denn in der Evolution des Menschen spielte das Kämpfen von anfang an eine entscheidende Rolle. Techniken für Angriff und Abwehr auf Kreisbögen erwiesen sich dabei als optimal. Gerade chinesische "weiche Stile" mit ihrer Yin-Yang-Philosophie favorisierten dabei die Kombination von Balance / Struktur einerseits und Nachgiebigkeit / Flexibiltät andererseits. Diese Kriterien liegen zwar auch dem "Free Style Tuishou" zugrunde, doch ist vieles im Laufe der Zeit verloren gegangen an Wissen und Kompetenzen.

Freies Push Hands und Freikampf-Formen

Das Pushhands-Training früherer Zeiten entwickelte Potenziale für den Sieg über einen Gegner und war Gegenstand kontinuierlicher Weiterentwicklung. Seither haben sich die Dinge stark verändert, aber die Kern-Prinzipien haben ihren Wert bis heute behalten. Dazu gehört die strategische Leitnline des "Siegens durch Nachgiebigkeit / Flexibilität" und die Forderung, Fülle von Leere unterscheiden zu können, um daraus die entscheidenden Vorteile zu ziehen.

Doch ebensowichtig ist - ganz wie im täglichen Leben folgende Maxime: Der grundlegende Schlüssel zum Erfolg liegt beim Freien Push Hands in der zutreffenden Selbsteinschätzung. Oder anders ausgedrückt: Ein Großteil der Verlierer haben verloren, weil sie ihre Kompetenzen überschätzt hatten.

Eine gern genutzte Möglichkeit für das Freie Pushen ist das Kampfsport-Training. Ähnlich wie der Begriff "Freikampf" beziehen sich auch die Begriffe "Sanshou", "Freies Push Hands" oder "Free Pushing Hands" auf Wettkampf, Turniere und Meisterschaften. Sie unterliegen strengen Reglements, um Verletzungen so gering wie möglich zu halten.

Für die Vorbereitung eignet sich z. B. regelmäßiges wöchentliches Training im halbfreien Kampf mit wechselnden Partnern.

Um im Freikampf erfolgreich zu sein, braucht es viel Erfahrung und einen guten Lehrer. Als Vorübung für das Freie Pushing Hands eigenen sich dabei zunächst klar festgelegte Rollen. Dabei ist vorgegeben, wer angreift und wer verteidigt. So kann man die besten Reaktionsweisen gezielt und effektiv trainieren, ohne sich zu überfordern oder den Partner zu verletzen.

Beim Sparring wird man häufig auf Kontrahenten treffen, die nicht aus dem Bereich Tai Chi Chuan (Taijiquan) kommen sondern aus anderen Stilen wie etwa Taekwondo, Karate, Judo, Aikido oder Jujutsu. Sie sind oft versierter im Nahkampf, sind entschiedener im Ergreifen der Initiative und verfügen über eine bessere Kondition.

Freies Push Hands und Tai Chi Chuan (Taijiquan)

Ein Teil der alten traditionellen "Pushhands-Internals" sind in den Klassischen Schriften der Familien-Dynastien des Yang-Tai-Chi-Chuan und des Wu-Tai-Chi-Chuan überliefert. Aus diesen reichhaltigen Quellen erhalten Adepten für ihr Freies Pushhands-Training eine Fülle von Anregungen, wenngleich diese oft vage formuliert sind und sich eher an Eingeweihte richten. Fehl-Interpretationen sind leider die Regel und nicht die Ausnahme. Vieles in diesem Fundus ist mit Vorsicht zu genießen - z. B. die schwärmerisch-romantischen Mantras von Altmeister Yang Chengfu, die von Unbesiegbarkeit künden. Doch Vorsicht: Gerade Taiji-Meister werden beim Freien Pushen von  "externen Kämpfern" in wenigen Sekunden besiegt.  Auch Seminare werden oft ohne hinreichende Beschreibung ausgegeben als "Meisterklasse / Masterclass" oder "Meister-Kurs".

Freies Push Hands und die "Taiji-Essentials"

Die Auswertungen von Mitschnitten des DTB-Archivs zeigen eine klare Priorität von nur zwei der "Tai-Chi-Prinzipien". Diese von Yang Chengfu öffentlich gemachten "Essentials" oder "Important Points" gelten in der  Fachwelt als anerkannter Standard. Anwendbar in den Partner-Formen sind viele von diesen Richtlinien, aber am vorteilhaftesten sind Punkt 3 "Lockere Taille" und Punkt 6 "Nutze Gedankenkraft statt Körperkraft". Gemeint sind mit diesen beiden Aspekten der richtige Zeitpunkt zum Ableiten / Neutralisieren einerseits und zum Ganzkörper-Einsatz "One Qi" durch Bündelung der Fazien-Ketten.

Free Pushing Hands und Nairiki-Drills

Daß in chinesischen Überlieferungen soviel an Insider-Wissen verloren gegangen ist, zeigt sich besonders im Taijiquan und an den schmalspur-haften Strategien des modernen "Free-Fights (Sanda, Sanshou)". Siehe Freie Pushhands Treffen Hannover.

Dem gegenüber werden im DTB-Curriculum auch Techniken für "Nairiki (Innere, Ganzheitliche Kraft)" einbezogen (s. Threadgill-Master-Classes 2012 und 2013, Modul-Handbuch 2016 und Leitfaden 2020). Die "Nairiki-No-Gyo" stammen aus China und gehören zur Überlieferung des Jujutsu. Zugrundeliegende "Internals" wurden auch in das Wado-Ry-Karate aufgenommen. Die Kern-Punkte umfassen die sechs Sektionen:

1.) Becken und Wirbelsäule

2.) Arme und Beine

3.) Lernen und Eigenwahrnehmung

4.) Lineare und spiralförmige Kraftwege

5.) Lockere und harte Verbindungen

6.) Balance aufrechterhalten durch Ableitung

Push-Hands-Ausbildung, Soft Skills und Embodiment

Die Partner-Programme des DTB-Dachverbands sind von den Krankenkassen anerkannt und ausgezeichnet mit dem Vdek-Siegel "Deutscher Standard Prävention". Sie entwickeln Einsichten in Stress-Abbau mit "Soft Skills" und stärken zugleich das "Embodiment". Mit dieser "Körpersprache" werden die Synergien bezeichnet, die sich aus dem wechselseitigen Zusammenspiel von Körper und Geist ergeben. Diese traditionelle fernöstliche Kampfkunst-Thematik ist auch Teil der Push-Hands-Lehrerausbildung im DTB. Kernbereiche sind psychisch-mentale Lockerheit "Sung", Körperhaltung und innere Verfassung.

Push-Hands-Ausbildung: Workshops für Freies Pushen

Free pushinghands freies Push Hands im DTB mit Dr. LanghoffDTB-Ausbilder Dr. Stephan Langhoff: Vielen ist der Begriff "Freikampf" aus Meisterschaften des fernöstlichen Kampfsports her bekannt. Vergleichbar ist das auch in Deutschland populäre "Freie Push Hands". Dessen Formen, Muster und Schemata sind nicht vorgegeben. Bereits in den Neunziger Jahren leiteten in Hamburg chinesische Meister auf meine Einladung hin Workshops für das Freie Pushing Hands (s. den Multi-Media-Artikel "Master Classes For Free Pushing Hands Patterns"). Zu diesen frühen "Push-Hands-Meetings" gehörten Koryphäen wie Yang Zhenduo, Fu Shengyuan und Yang Zhenhe. Freies Pushhands: Lehrgänge, Unterricht, Ausbildung Treffen.

Aufgrund meiner Kampfkunst-Vorerfahrung seit 1969 erkannte ich jedoch bei ihren Anwendungen gravierende Schwachstellen. Vieles an ihren Demonstrationen war unrealistisch und sogar hoch-gefährlich: Statt den Partner zu kontrollieren, basierten ihre Griffe auf Wegschleudern - wobei der Geschleuderte sich sogar vorsehen mußte, um seinen Lehrer nicht zu verletzen (!). Das war für mich keine vorbildhafte Strategie - zumal ich aus dem freien Sparring des Wado-Ryu-Karate viel effektivere und anschaulichere Pattern gewohnt war.

Auch Video-Mitschnitte von Wettbewerben enthüllen schonungslos das niedrige Niveau heutiger Kampf-Formalisierungen. Die "Wudang-Shaolin-These" der Taiji-Spin-Doktoren ist unglaubwürdig: Sieger sind ja nicht die Taijiquan-Meister sondern ausgerechnet die viel-geschmähten "Externen". Man denke nur an den Judoka Mario Napoli, den Sieger der Chenjiagou-Weltmeisterschaft oder den MMA-Fighter Xu Xiaodong, der Wei-Lei in einem Duell nach wenigen Sekunden besiegte.

Wenn also Tuishou gemäß Wiki-Deutung die "grundlegende Partnerübung des Taijiquan" ist, so stellen die Szene-Ausprägungen des "Freien Pushens" sicher Irrwege und Sackgassen dar. Sie widerlegen auch Yang Chengfus "Unbesiegbarkeits-Mantra" auf das deutlichste. Siehe auch Infografik zur Wiki-Definition: Pushhands Lernen.

Und wenn also freies Pushing Hands auf vielen Treffen der Taiji-Szene als Programmpunkt angeboten wird, so mag dies zwar die Kommunikation unter den Teilnehmenden fördern, aber ein solches "Infotainment" ist nicht dazu angetan, die Tuishou-Qualität zu steigern.

Das DTB-Korrektiv findet daher immer mehr Anklang. Der DTB empfiehlt das "Freie Pushen", um höhere Potenziale zu erreichen. Hat ein Adept erste Fortschritte gemacht in Pushhands-Basics wie "Ting Jin (Hörende Kraft)", "Fajin (Explosivkraft-Entladung)" oder "Tifang (Entwurzeln)", so . Im DTB werden dabei auch Prinzipien und Techniken der Nairiki des japanischen Jujutsu genutzt, die aus China stammen.

Freies Push Hands im Yang-Stil-Tai-Chi-Chuan

Das "Freie Pushhands" zu erlernen liegt im Trend - das ist nachvollziehbar, denn gerade Free-Style-Forms entfalten einen ganz besonderen Charme durch die Spontaneität des reflex-artigen Reagierens. Man trainiert Disziplin, richtiges Timing und Lockerheit.

Zur besseren Abgrenzung von anderen Angeboten habe ich gerade eine Video-Serie veröffentlicht mit frühen Aufnahmen aus dem DTB-Archiv (1996 - 2000). Ihr Alter belegt, daß ich meinen Alternativ-Ansatz bereits vor Jahrzehnten entwickelt habe.

Natürlich ist das weit-verbreitete Balance-Brechen aus der stabilen Mitte "ein Hingucker" - das zeigt sich besonders anschaulich beim Dalü. Vertraut sind mir diese Techniken aus dem Wado-Ryu und seiner Urform, dem Shindo Yoshin Ryu Jujutsu. Diese Innere Kampfkunst stammt aus China und bildet den Kern zahlreicher Samuai-Stilrichtungen.

Pushhands-Varianten erlernte ich u. a. von Fu Zhongwen, seinem Sohn Fu Shengyuan und Yang Zhenduo. Doch gerade im Yang-Stil setzt die traditionelle Sehweise chinesischer Meister der Entwicklung eigener Potenziale enge Grenzen, denn sie basiert nicht auf "WISSEN-WOLLEN" sondern auf dem "GLAUBEN-MÜSSEN". Ich stelle diesem "Push-Hands-Syndrom" Ideologie-Freiheit und Faktencheck gegenüber. Hier folgt nun ein Trailer zu meiner Video-Serie.

Freies Push Hands im Cheng-Manching-Tai-Chi-Chuan

Der bekannteste Tuishou-Protagonist der neueren Zeit ist sicherlich für die meisten Praktizierenden Cheng Manching (Zheng Manqing), der in seinen New Yorker "Master Classes" besonders Jünger um sich scharte, deren Wesen seine "Qi-Betonung" entgegenkam. Für Taiji-Praktizierende m Westen waren die "Free Push Hands Master Classes" eine Art Weckruf für das "Taiji-Zu-Zweit".

Freies Push Hands im Wu-Tai-Chi-Chuan

Free-Style-Tuishou-Patterns unterscheiden sich in den Taiji-Stilen. Technisch und methodisch werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Das Youtube-Video aus dem Jahre 1937 zeigt den Meister Chu Minyi, einen Schüler von Altmeister Wu Jianquan. Es wurde in Shanghai aufgenommen und stellt für die Fachwelt ein historisches Dokument ersten Ranges dar.

Es präsentiert den Wu-Stil des Taijiquan. Neben der Solo-Form wird auch das Freie Pushen vorgeführt. Abschließend werden Vor-Übungen des Stils demonstriert. Quelle: Ausbildung Taiji Qigong Hannover

Freies Push Hands Lernen

Tipps und Tricks für mehr Trainingserfolg: Freies Push Hands / Free Pushing Hands.

Lesetipp: English explanation of tuishou partner routines: Definitions of Pushing Hands / Tuishou.

Lesetipp: Freie Online-Kurse

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TUISHOU: Freies Push Hands: Online-Kurse: Videos für Heimstudium

Kurse Taijiquan Qigong in Kassel

Push-Hands-Meister - AK-Hannover

Mit dem chinesischen Großmeister Fu Shengyuan reiste Dr. Langhoff nach Lüneburg und Hannover, um mit der dortigen Presse Berichte und Fotos zu erstellen. Dabei standen die Tuishou-Partnerübungen im Mittelpunkt. Quelle: AK Hannover über chinesische Push-Hands-Meister.