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Verbände und Lehrende sind oft verstrickt in Kommerz, Lobbyismus und Loyalität

Anstatt falsche Lehr-Inhalte zu korrigieren werden Forschungen ignoriert und Fakten kleingeredet

Zudem ist ihr traditionell-esoterischer Moralkodex unvereinbar mit Güte-Kriterien westlicher Erwachsenenbildung

Mein Alternativ-Ansatz schafft ein umfassendes Korrektiv für Fehlentwicklungen wie Fundamentalismus, Folklore und Beliebigkeit

Kern-Bereiche sind Lernen und Lehren nach ideologie-freien Qualitätsstandards, Fakten-Treue, Unabhängigkeit sowie innere Weiterentwicklung

Offenheit / Unvoreingenommenheit

Die Qigong-Übung "Stehen wie ein Pfahl" ist eine gute Metapher für die angestrebte Geisteseinstellung der Neutralität. Sie entspricht dem, was im "Biyänlü" als "ebener Geist" mit einer Wasseroberfläche verglichen wird. Meditation beruhigt die Wellen, sodaß alles unverzerrt widergespiegelt wird.

Bild: Jeder kennt das: Die Perspektive bestimmt, was man sieht. Eine übergeordnete Perspektive hilft oft weiter - besonders wenn sie gut gewählt ist. Von oben kann man durch die Wasseroberfläche hindurchsehen, wobei meistens eine Brechung also eine Verzerrung auftritt. Erst wenn man senkrecht von oben schaut, hört die Brechung auf. So kann man auch bei unvoreingenommener Betrachtung "die Dinge so sehen, wie sie sind". Nur so kann man sie wirklich erforschen und die Fakten bestimmen

Man sollte also die höhere Warte (drei Dimensionen) kombinieren mit Unvoreingenommenheit/ Neutralität/ Offenheit. Dazu kommen dann Forschung /Faktencheck (Erforschung der Fakten).

Das "Mitgehenkönnen" in der Erfordernis jeweiliger Situationen bezeichnet der Chinese als Wu Wei. Ein schönes Bild für diese Art von Spontaneität und Natürlichkeit ist ein Grashalm, der sich unter dem Gewicht eines Wassertropfens biegt und sich nach dem Abtropfen wieder aufrichtet.

Das "Loslassen"

Hinter allem steht meines Erachtens die Grund-Idee des "Loslassens". E. Herrigel beschreibt den Bezug des menschlichen Handelns zur Natürlichkeit (s. a. Wuwei und Spontaneität):

 «Unterlassen Sie es doch, an den Abschuß zu denken», rief der Meister aus. «So muß er mißlingen!» «Ich kann nicht anders», erwiderte ich, «die Spannung wird geradezu schmerzhaft.»  «Nur weil Sie nicht wahrhaft losgelöst von sich selbst sind, spüren Sie es. Sie können von einem gewöhnlichen Bambusblatt lernen, worauf es ankommt. Durch die Last des Schnees wird es herabgedrückt, immer tiefer. Plötzlich rutscht die Schneelast ab, ohne daß das Blatt sich gerührt hätte. Verweilen Sie ihm gleich in der höchsten Spannung, bis der Schuß fällt. So ist es in der Tat: wenn die Spannung erfüllt ist, muß der Schuß fallen, er muß vom Schützen abfallen, wie die Schneelast vom Bambusblatt, noch ehe er es gedacht hat.» Eugen Herrigel: Zen in der Kunst des Bogenschiessens, Bern u. a.: O.W. Barth Verlag, 1986, S. 60 ISBN: 3596160979